| 19:52 Uhr

Völklingen
Gerechtes Remis mit Beigeschmack

Eins, zwei, drei – wer hat den Ball? Das Getümmel im Strafraum der Völklinger (rote Trikots) steht symbolisch für das gesamte Saarderby gegen Saarbrücken. Die Partie war geprägt von Kampf. Schönen Fußball gab's nicht. Foto: Ruppenthal
Eins, zwei, drei – wer hat den Ball? Das Getümmel im Strafraum der Völklinger (rote Trikots) steht symbolisch für das gesamte Saarderby gegen Saarbrücken. Die Partie war geprägt von Kampf. Schönen Fußball gab's nicht. Foto: Ruppenthal FOTO: Ruppenthal
Völklingen. Völklingen hat die Gunst der Stunde nicht nutzen können. Wie Spitzenreiter Mainz und der Tabellenzweite Mechtersheim spielte der Verfolger Remis. Größter Aufreger des Saarderbys gegen Saarbrücken war die Rote Karte für Zimmermann. David Benedyczuk

Felix Dausend nach wenigen Sekunden und Athanasios Noutsos kurz nach der Halbzeit: In der hart umkämpften Nullnummer im Saarderby am Samstag in der Fußball-Oberliga zwischen Röchling Völklingen und Saar 05 Saarbrücken hätten zwei Spieler ihrem Ex-Club weh tun können, die jeweils vor der Saison die Vereine getauscht hatten. Völklingens Dausend, in der vergangenen Saison für Saar 05 in der Regionalliga auf Torejagd, scheiterte nach zwei Minuten freistehend am stark parierenden Saarbrücker Torwart Marc Birkenbach. Vier Minuten nach der Pause vergab Noutsos, der zwei Jahre für Völklingen gespielt hatte, die beste Chance für die Gäste. Er scheiterte nach einem Eckball aus acht Metern an Röchling-Torwart Sebastian Buhl, der einen tollen Reflex zeigte.

Viel mehr passierte vor den beiden Toren nicht vor etwa 350 Zuschauern. Dafür sorgte eine Szene in der Schlussphase und nach dem Spiel für Diskussionen: die Rote Karte für Völklingens Mittelfeldchef Nico Zimmermann. Er wird im wichtigen Spiel des Tabellendritten am kommenden Samstag um 15.30 Uhr beim Tabellenzweiten TuS Mechtersheim fehlen. In der 83. Minute wurde Völklingens bester Torschütze (15 Saisontreffer) vor der Saarbrücker Ersatzbank gefoult. Es folgte ein Wortgefecht mit Teilen des Saar-05-Trainerstabs. Schiedsrichter Christoph Busch schickte nach Rücksprache mit einem seiner Assistenten Zimmermann wegen Beleidigung vom Feld. Der Völklinger erklärte: "Ich habe nichts Schlimmes gesagt und niemanden persönlich beleidigt."

Timon Seibert sprach von einem berechtigen Ausschluss. Der Saarbrücker Trainer eckte nach dem Spiel mit Günter Erhardt an. Der Völklinger Trainer gab der Ersatzbank von Saar 05 die Mitschuld an der Roten Karte. Sie habe beim Assistenten eine Bestrafung eingefordert. Erhardt hatte vor dem Spiel gesagt: "Das Spiel wird sicher nicht frei von Nickligkeiten sein. Da wird ihr Trainer schon zu beitragen. Er ist an der Linie ja immer flott unterwegs." Nach dem Saarderby erklärte er: "Das ist nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft haben. Die erste Halbzeit war schon sehr zäh, da bekamen wir kaum Zugriff. Für ein Heimspiel hatten wir zu wenige Chancen." Timon Seibert sagte: "Das Ergebnis spiegelt den Verlauf wieder. Es war kein schönes und besonders ansehnliches Spiel. Viel Kampf, wenig Fußball. Der gegenseitige Respekt war spürbar." Sein Bruder und Kapitän David Seibert erklärte: "Auf diesem Platz war kein guter Fußball möglich. In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, dass Birkenbach das Ding hält. Danach haben wir richtig gut dagegengehalten und hatten sogar mehr Chancen als Völklingen. Es ist ein gerechtes Ergebnis, wobei ich uns einen Tick besser gesehen habe."

Dausend ärgerte sich indes, dass er die frühe Chance zur Völklinger Führung vergeben hatte: "Ich muss mit der ersten Aktion das 1:0 machen, da gibt es keine Ausrede." Der Röchling-Stürmer ergänzte: "Es war ein merkwürdiges Spiel: wenig Torszenen, viele Unterbrechungen. Ein Spiel, das vom Kampf zerstört wurde." Noutsos haderte nach der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. "Den hält er auch nicht alle Tage", sagte der Saarbrücker mit Blick auf die von Torwart Buhl entschärfte Chance. Schon zuvor war der Deutsch-Grieche zwei Mal aus der Ferne am starken Röchling-Schlussmann gescheitert. "Fußballerisch war das heute nicht viel. Das Remis ist gerecht", sagte Noutsos, dessen Mannschaft in diesem Jahr unbesiegt bleibt und als Tabellenzwölfter am Samstag um 14.30 Uhr den Tabellensiebten FK Pirmasens II erwartet.

Für Völklingen hat sich Lage als Tabellendritter durch die Unentschieden von Spitzenreiter Schott Mainz (1:1 beim SV Morlautern) und des Tabellenzweiten TuS Mechtersheim (0:0 beim SC Hauenstein) nicht verändert.

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