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Gemälde verführen zu Interpretationen

Gemälde verführen zu Interpretationen

Völklingen. Innerhalb der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Volkshochschulen Völklingen und Forbach zeigt der französische Maler Didier Kriebs seine ausdrucksstarken Acrylbilder im Galerieraum des Alten Rathauses

Völklingen. Innerhalb der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Volkshochschulen Völklingen und Forbach zeigt der französische Maler Didier Kriebs seine ausdrucksstarken Acrylbilder im Galerieraum des Alten Rathauses. Zur Eröffnung der Ausstellung "Inszenierung - Mise en scène" (Foto: Ver) begrüßte Bürgermeister Wolfgang Bintz am vergangenen Freitag auch zahlreiche Gäste aus Frankreich. Kriebs, Jahrgang 1960, lebt in Stiring-Wendel und arbeitet als Maschinenbauingenieur in einer saarländischen Reifenfabrik. Er ist Mitglied der Vereinigung lothringischer Künstler und hat sich bei Ausstellungen im deutsch-französischen Grenzraum einen Namen gemacht. "Die Bilder von Didier sind zu erleben, zu fühlen, jedes ist außergewöhnlich", beschreibt Christine Weider das Werk ihres Freundes. Einen Schwerpunkt bilden Frauenporträts: Die Göttin Juno schmückt sich mit Pfauenfedern, anderen Damen kann man beim Lesen, Musizieren oder Baden zuschauen. Dabei überrascht Kriebs mit einer ungewöhnlichen Technik: Aufgeklebtes Zeitungspapier schimmert durch die Motive, mehrere Schichten Firnis sorgen für Glanz. "Die Betrachter können in die Bilder eintauchen und auf andere Gedanken kommen", erklärt der Künstler. Seine Gemälde verführen nicht nur zum Träumen, sie lassen auch Spielraum für Interpretationen. Selbstzufrieden sonnt sich ein Geschäftsmann im Erfolg. Die Gefahr im Hintergrund bemerkt er nicht. Zwar ist der Stier noch einige Meter entfernt - sein Schatten nimmt den noblen Gentleman aber schon auf die Hörner. Bereits lange vom Glück verlassen scheint der Spieler, der einige Gemälde weiter mit nackten Füßen auf dem Boden sitzt. Doch solange das letzte Hemd noch nicht verloren ist, wird weiter gezockt. Zwei Karten zeigt er offen, die dritte bleibt verdeckt. Mit undurchschaubarer Miene blickt er aus dem Bild und taxiert den Betrachter. Auch ohne Worte ist sein Angebot leicht zu verstehen: "Na, wie wär's mit einer kleinen Runde Black Jack?" tan Die Bilder sind noch bis zum 30. April im Alten Rathaus zu sehen. Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag acht bis 16.30 Uhr; Mittwoch acht bis 18 Uhr; Freitag acht bis zwölf Uhr.