Gelegenheit zum Kennenlernen

Wehrden. Gegen Vorbehalte hilft oft ein besseres Kennenlernen. Unter diesem Leitsatz hatte die Moscheegemeinde in Wehrden gestern zum öffentlichen Freitagsgebet eingeladen

Wehrden. Gegen Vorbehalte hilft oft ein besseres Kennenlernen. Unter diesem Leitsatz hatte die Moscheegemeinde in Wehrden gestern zum öffentlichen Freitagsgebet eingeladen. Auf die rund drei Dutzend nicht-islamischen Besucher wartete gleich eine Überraschung: Zwei redegewandte junge Frauen gestalteten die Führung: Elif Dedemen, modisch-westlich gekleidet, und Fatima Sahin, sie eher erwartungsgemäß mit langem Rock und Kopftuch. Wobei hinzuzufügen ist, dass sich die gebürtige Saarländerin derzeit in der Türkei auf eine Laufbahn als Theologin vorbereitet. In der Moschee sind an diesem Tag (fast) alle Besucherfragen erlaubt. Zum Beispiel auch die, warum man neben den Führerinnen nahezu keine Frauen in der Moschee sehe. Die seien um diese Mittagszeit zu Hause, mit Familie und Kindern beschäftigt, heißt es zurück. Das Freitagsgebet hat seine feste Uhrzeit, und die Muslime hier zu Lande haben dann halt keinen Sonntag. Und deshalb seien auch nur relativ wenige Männer da. Wenn der Freitag auf einen christlichen Feiertag falle, kämen doppelt so viele Gläubige (gestern rund 250, dann rund 500). Was man von der Unterdrückung von Christen in islamischen Ländern halte? In einer Moschee rede man grundsätzlich nicht über Politik, aber "so etwas finden wir auf keinen Fall richtig", sagt Ünal Subasi, zweiter Vorsitzender des Trägervereins.Doch Anekdoten darf man schon mal präsentieren: Wie Stadtverordneter Paul Ganster (Linke), der erzählte, wie ein junger Kurde in seiner Gegenwart auf den Anblick der Versöhnungskirche reagierte: "Ihr habt mal eine komische Religion. Da sitzt ja ein Huhn auf dem Turm!" Eines von vielen möglichen Missverständnissen, aber der Dialog soll ja auf beiden Seiten weitergehen.> Seite B 1: Weiterer Bericht.

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