Gardemädchen führen die Soldaten ab

Ludweiler · Nachdem das Rathaus in Völklingen gefallen war, hielt auch das Alte Bürgermeisteramt in Ludweiler nicht mehr lange dem Narrensturm stand. Ortsvorsteherin Christiane Blatt wollte sich noch mit Soldaten schützen, hatte die Rechnung aber ohne die hübschen Gardemädchen gemacht.

 Nachdem das Rathaus in Völklingen gefallen war, hielt auch das Alte Bürgermeisteramt in Ludweiler nicht mehr lange dem Narrensturm stand. Ortsvorsteherin Christiane Blatt wollte sich noch mit Soldaten schützen, hatte die Rechnung aber ohne die hübschen Gardemädchen gemacht.

Nachdem das Rathaus in Völklingen gefallen war, hielt auch das Alte Bürgermeisteramt in Ludweiler nicht mehr lange dem Narrensturm stand. Ortsvorsteherin Christiane Blatt wollte sich noch mit Soldaten schützen, hatte die Rechnung aber ohne die hübschen Gardemädchen gemacht.

Foto: Becker&Bredel

Die Premiere des Sturms auf ihr Bürgermeisteramt hat sowohl Ludweilers Ortsvorsteherin Christiane Blatt als auch der Karnevalsgesellschaft "Die Beele's" im Vorjahr viel Spaß gemacht. So viel, dass die Karnevalisten dieses Mal sogar eine Doppelbelastung auf sich nahmen. Und so blies Beele's Prinzessin Tatjana I. an der Seite ihres Pascal I. und dem silbernen Schlüssel des vorher eingenommenen Völklinger Rathauses an einer Kette um den Hals zum Angriff. Blatt gab sich kämpferisch mit einem Seitenhieb auf Oberbürgermeister Klaus Lorig : "In das Haus kommt ihr nitt rin, mir mache's euch nitt so leicht, wie der Klaus vorhin." Bewacher hatte sie auf der Treppe postiert. Preußische Infanteriesoldaten, wie an den Uniformen zu erkennen war, angeführt von den Ortsratsmitgliedern Andreas Willems und Luigi Stambene. Als die ersten Karabiner mit Ladehemmung den Schuss verweigerten, knickten die Uniformierten bald ein - oder ließen sich sogar gerne von hübschen Beele's-Gardemädchen unters närrische Volk führen.

Der Weg war also frei, zumal Blatt längst geläutert war und zusammen mit dem Prinzenpaar sprach: "Der schönste Ort, wie ihr alle wisst, immer an der Theke ist." Gefolgt vom Beele's-Bekenntnis: "Es ist doch was Schönes, ein Beele's zu sein." Als der Fanfarenzug der Brassband Ludweiler dann das Beele's Lied anstimmte, da führte Silvia Kuhn die Ortsvorsteherin bereits in Plastikketten unter dem Jubel der knapp 300 Schaulustigen, darunter gut 100 eindeutig den Beele's zuzurechnen, aus dem Haus.

Lange hielten sie die Ortsvorsteherin aber nicht gefangen, zumal die inbrünstig ins Beele's-Lied mit einstimmte und sich vielleicht insgeheim über ein verlängertes Wochenende freute. Spätestens beim Umzug am Sonntag hätte man schließlich sowieso einträchtig den knapp 1600 Umzugsteilnehmern zugewinkt.

Dem Prinzenpaar war es schon bald gleich, sie posierten im Stuhl der Ortsvorsteherin für Fotos, die schnell ihren Weg in die sozialen Netzwerke des weltweiten Computernetzes fanden. "Bis zum Aschermittwoch ist dies mein Büro", hatte Prinz Pascal längst an der Tür plakatiert, und so heißt es über die Tollen Tage nur noch "Ludweiler-Helau".

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