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Ganz Luisenthal soll Sanierungsgebiet werden

Luisenthal. Seit 2007 lebt Luisenthal mit enttäuschten Hoffnungen auf den Wiederaufbau nach dem Bergbau. Nun soll der ganze Stadtteil als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Der Erfolg hängt auch von der RAG ab. Bernhard Geber

Der gesamte Völklinger Stadtteil Luisenthal (1600 Einwohner) soll zum Sanierungsgebiet erklärt werden. Ausgenommen werden sollen nur die Bergehalde und zwei Grünflächen an der Saar. Dies sagt die vorbereitende Untersuchung der Firma Kernplan (Illingen), die Geschäftsführer Hugo Kern am Dienstagabend bei einer gemeinsamen Sitzung von Völklinger Ortsrat und Stadtratsausschuss für Stadtentwicklung vorstellte.

Der Sanierungsbedarf sei unbestreitbar, sagte Kern und untermauerte dies mit auf Leinwand projizierten Bildern aus dem Stadtteil. Und für die Stadt gebe es drei gute Gründe, ein Sanierungsgebiet auszuweisen. Dies sei Grundlage für Fördergelder aller Art. Die Stadt spreche dann bei Ansiedlungen mit - auch auf der Tagesanlage. Und Eigentümer könnten Modernisierung und Instandhaltung steuerlich geltend machen und 100 Prozent der Investitionskosten über einen Zeitraum von zwölf Jahren absetzen.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Sanierungsgebiet sind nun laut Kern die Behördenbe-teiligung und ("im Laufe des Frühsommers") eine Bürgerbeteiligung. Wenn er das höre, fühle er "einen Stich im Magen", sagte CDU-Ortsratsfraktionschef Uwe Steffen: "Die Bevölkerung wird bereits über viele Jahre mit Versammlungen vertröstet." - "Entscheidend wird eine Bürgerversammlung erst sein, wenn es Fortschritte auf der Tagesanlage gibt", gestand Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) zu. Nachdem die RAG ihre Pläne für einen Park mit erneuerbaren Energien Ende 2013 endgültig abgesagt hatte, wurde eine so genannte Lenkungsgruppe gegründet, die bereits mehrfach tagte. "Wenn wir konkrete Ergebnisse haben, werden wir sie der Öffentlichkeit präsentieren", sagte Lorig am Dienstagabend. Unter Hinweis auf die Arbeit dieser Lenkungsgruppe hatte der Oberbürgermeister allerdings bereits eine für 11. Februar geplante Sitzung in Sachen Sanierungsgebiet verschoben.

Gutachter Kern erinnerte an die Maßgabe der Landesregierung, dass Tagesanlage und Stadtteil gemeinsam zu entwickeln seien: "Sonst gibt es kein Geld." Neben der RAG ist die Stadt aber auch auf weitere Partner wie die Bahn und die Main Asset angewiesen.

Diese Gesellschaft, in Völklingen vom City-Center-Projekt her bekannt, verwaltet für den internationalen Finanzierugsfonds Patron Dieter II auch den maroden Bahnhof in Luisenthal . Auf Frage von Stadtratsmitglied Ulrike Mülller (CDU ) nach Fortschritten entgegnete Oberbürgermeister Lorig: "Wir sind uns mit Main Asset einig, dass wir gemeinsam vorgehen, wenn das Sanierungsgebiet ausgewiesen werden kann." Dann sei sowohl für die Stadt als auch für privat der Anreiz für eine Sanierung größer.

"Elementar" für das Sanierungsgebiet seien die alte Mitte um den Bahnhof, eine Neue Mitte fürs Oberdorf und eine bessere Verbindung beider durch die Bahnlinie getrennter Teile, bekräftigte Kern. Verdrängungseffekte in Bezug auf die Bevölkerung erwarte er nicht. Denn eine so hochwertige Sanierung bekomme man schon angesichts der Verkehrsverhältnisse nicht hin.



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