Für Schausteller wird die Kirmes-Gebühr gerechter

Für Schausteller wird die Kirmes-Gebühr gerechter

Völklingens Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Marktordnung geändert. Die Herbstkirmes kostet nun weniger Standgebühr.

Knapp zwei Wochen sind es noch bis zur Osterkirmes. Und wenn die Schausteller dann zum Aufbau mit ihren Karussells, Spiel- und Verkaufsbuden auf dem Hindenburg- und dem Rathausplatz anrücken, haben sie Grund zur Freude. Auch wenn die geänderte Marktgebührenordnung, die der Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen hat, im Frühjahr noch keine Vergünstigungen für die Volksfest-Beschicker bringt. Doch wer zur Herbstkirmes wiederkommt, braucht dann nur noch die Hälfte der Abgaben zu zahlen.

Damit kommt die Verwaltung der lange offen geäußerten Forderung der fahrenden Leute nach. Bereits vor fünf Jahren war eine umfassende Reform "des städtischen Marktwesens in Anpassung an die aktuellen Entwicklungen der Kirmessen" samt Kostenreduzierung ein Thema. Weil die Ortsräte auf keinen gemeinsamen Nenner kamen, hatte die Verwaltung ihre Vorlage zurückgezogen.

Vor knapp einem Jahr ein neuer Vorstoß, angeregt vom Ortsrat Völklingen. Der warb offensiv für mehr Engagement seiner Bürger und Vereine für die Kirmes. War das zur Osterkirmes vor Jahresfrist auch durch das kurzfristige Mitwirken der Völklinger Wirtegemeinschaft erfolgreich, entpuppte sich die Herbstkirmes erneut als Sorgenkind. Neun Tage Osterkirmes, fünf Tage Herbstkirmes kosteten da noch dieselbe Platzgebühr. Zum Ärger der Schausteller, die kaum noch für dieses Volksfest zu begeistern waren.

Eigentlich hätte der neue Entwurf zur Marktordnung bereits zur Herbstkirmes 2016 gültig sein sollen, doch hat er es nicht rechtzeitig durch die Gremien geschafft. Nun also der Durchbruch, der aber auch nicht ohne Knirschen vonstatten ging. Bereits im Vorfeld: Die Marktordnung der geregelten Kirmessen soll nämlich alle drei Ortsteile betreffen, deren Kirmessen aber kaum vergleichbar sind. Während in Ludweiler und Lauterbach das Treiben wie ein Dorffest zelebriert wird, sieht das in der urbanen Innenstadt ganz anders aus: Anbieter treffen auf Konsumenten, entsprechend ist die Erwartungshaltung. So bleibt in der Verfahrenspraxis alles beim alten; die Änderung begrenzt sich einzig auf die von den Schaustellern als ungerecht empfundene Herbstkirmesgebühr. Den durch die Änderung entstehenden Gebührenrückgang beziffert die Verwaltung auf 1250 Euro.

Für weiteres Knirschen - jetzt in der Stadtratsdiskussion - sorgte ein Vorstoß des stellvertretenden Ortsvorstehers Uwe Steffen (CDU). Die Gebührensenkung betreffe bereits die Osterkirmes, hatte er verkündet (wir berichteten). "Die Gebühren der Osterkirmes standen nie zur Diskussion", war da zu hören. Auch Oberbürgermeister Klaus Lorig gab zu: "Diese Veröffentlichung hat auch mich stark verwundert." Zu Unrecht von Steffen auf die Füße getreten, fühlte sich auch Lauterbachs Ortsvorsteher Dieter Peters, gleichzeitig Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion: "Der Ortsrat Lauterbach hat nie die Änderung der Marktsatzung blockiert, wie behauptet wurde."

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