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Für Klassisches passt die Konzertgitarre

Für Klassisches passt die Konzertgitarre

Welche Fülle an Saiteninstrumenten es gibt, und wie unterschiedlich sie dann jeweils auch klingen, führte das Gitarren-Duo Kunzler & Brückner vor. Dabei griff der künstlerische Leiter der Reihe Carbon & Stahl zum Saisonauftakt selbst in die Saiten.

Die neue Saison der Reihe Carbon & Stahl eröffnet der künstlerische Leiter der Reihe, die sich seit jeher mit Gitarrenmusik befasst, selbst. An der Seite seines Musiker-Kollegen Frank Brückner griff Dietmar Kunzler am Donnerstagabend selbst in die Saiten, um das gemeinsame Programm "Giutarena" vorzustellen. Das Wortspiel soll zeigen, dass die Gitarre in ihren vielen Variatonen im Mittelpunkt des Interesses steht.

Mit klassischen Konzertgitarren gibt es zunächst Klassisches. Jedoch nicht Klassisches von Bach und Co., sondern auch aus Südeuropa und Südamerika.

Zunächst lieferten beide feurige, spanische Klassik - wie den "Tanz des Müllers". Komisches gab es auch: "Arena, das heißt Zirkus, also Manege frei." Carlo Domeniconi hat als Komponist ,Szenen aus dem Zirkus' für zwei Gitarren komponiert. Das amüsierte auch die Zuhörer im Rathausfestsaal - gerade, weil es jetzt nicht nur auf fili-granes Saitenspiel ankam. Sondern auch darum, den Instrumenten zum Teil bizarre Töne zu entlocken. So auch bei "Flick, dem Andenfloh". Die Szene "Wachsfigurenkabinett" trägt den Untertitel "Treffen mit alten Bekannten". Das bezieht sich in diesem Fall auf bekannte, leicht veränderte Melodienfragmente.

Inzwischen tauschen die beiden fast zu jedem Titel die Instrumente aus. Sie spielen Banjo, Kunzler die glänzende Dobro. Wunderbar anzuschauen, weil auf dem Korpus rundum Chrom glänzt. Der Klang passt auch - wenn nur das viele Putzen nicht wäre. Denn jeder Handabdruck hinterlässt Flecken auf dem Chrom. "Das ist eine Weißenborn", sagt Brückner. Ihre Besonderheit: der hohle Hals und die hohe Saitenlage über dem Griffbrett. "Normal wäre sie kaum zu spielen", weiß er und legt das Instrument mit dem Boden nach unten, den Saiten nach oben auf die Knie. Die rechte Hand hält wie gewohnt ein Plektrum zum Zupfen, die Linke ein so genanntes Bar. Das ist ein glatter Zylinder, mit dem er die Saiten nach unten drückt, um die Tonhöhe zu verändern. Besonderer Effekt: Die Töne reihen sich fließend aneinander.

So wie auch bei der Hawaii-Gitarre, die er anschließend spielt. Und weil Zigeuner-Jazz oder Manouche auch zur Gitarrenmusik gehört, darf ein Stück von Gipsy-Jazz-Legende Django Reinhardt nicht fehlen. "Demnächst spielt auch Djangos Nachfahre Lulo Reinhardt hier", so Kunzler. "Die neue Reihe bringt uns einige Kracher", so Volkshochschulchef Karl-Heinz Schäffner. Und über die Künstler des Abends sagt er: "Bei Brückner und Kunzler paaren sich eine unglaubliche Sammel- und Spielleidenschaft."