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Über ein Jahr nach dem Stadtratsbeschluss
Für Fußgänger Land in Sicht

Tatort Unterführung: Ministerin Simone Peter (links) hatte da bereits im April 2010 ihr Aha-Erlebnis mit vorbeizischenden Autos.
Tatort Unterführung: Ministerin Simone Peter (links) hatte da bereits im April 2010 ihr Aha-Erlebnis mit vorbeizischenden Autos. FOTO: BeckerBredel
Luisenthal. Gehweg durch die Bahnunterführung in Luisenthal wird nun endlich verbreitert. Von Bernhard Geber

Straßensperrungen sind normalerweise lästig bis sehr lästig. Doch diese hier dient einem guten Zweck, wie die SZ gestern herausgefunden hat.


Zunächst einmal die Ankündigung von Stadt-Pressesprecher Uwe Grieger: „Wegen der Durchführung von Straßenbauarbeiten innerhalb der Bahnunterführung in der Altenkesseler Straße muss diese in der Zeit vom 6. März bis voraussichtlich 17. April voll gesperrt werden. Eine entsprechende Umleitung über die Alleestraße in Altenkessel wird ausgeschildert sein.“ Zunächst einmal eine gewisse Schockwirkung, denn diese Unterführung ist die einzige einigermaßen direkte Verbindung zwischen Ober- und Unterdorf in Luisenthal. Aber die Umleitung wird wohl eher akzeptiert, wenn man  weiß, wozu die Bauarbeiten dienen. Hier wird eine bereits im Februar vergangenen Jahres vom Stadtrat beschlossene Maßnahme endlich umgesetzt.

So bestätigt es die zuständige Sachbearbeiterin: Der Gehweg unter der Bahnbrücke soll von 1,40 Meter auf zwei Meter verbreitert werden. Zugleich schrumpft die Fahrbahn von fünf auf 4,40 Meter. Schon bisher hatte laut Beschilderung der Verkehr aus Richtung Unterdorf Vorrang. Die Verschmälerung zwinge „die Autofahrer endgültig dazu, dies einzuhalten“, bekräftigte Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU). Der Gehweg solle auch mit einem Geländer ausgestattet werden, „das gewissen Schutz bietet, wenn auch nicht vor Lkws, wenn die da reinrauschen“ (Bintz). Der Umbau sollte damals  rund 95 000 Euro kosten.



Vor dem Ratsbeschluss waren millionenschwere Projekte erörtert worden: Man erwog, die gesamte Unterführung aufzuweiten, alternativ einen Extra-Fußgängertunnel zu bauen. Auch von einer Fußgängerbrücke über die Gleise war die Rede. „Wir können nicht noch länger warten“, unterstrich Bintz. Ulrike Müller, Stadtratsmitglied aus Luisenthal, sagte, damit erfülle man ein lange gehegtes Anliegen. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) berichtete, an dieser Unterführung„sogar einmal einer Ministerin das Leben gerettet“ zu haben. Lorigs helfender Griff nach dem Arm galt Simone Peter (Grüne) bei einem Besuch im April 2010.