Freude und Sorge bei der IG Metall

Bei der Delegiertenversammlung der IG-Metall-Geschäftsstelle Völklingen ging es unter anderem um die Bedrohung der heimischen Stahlindustrie durch Billigimporte aus China. Positiv bewertet wurde dagegen die Mitgliederentwicklung der Gewerkschaft.

Der Aktionstag "Stahl ist Zukunft" im April und die aktuelle Tarifpolitik bildeten den Schwerpunkt der jüngsten Delegiertenversammlung der IG-Metall-Geschäftsstelle Völklingen, die mehr als 28 000 Beschäftigte in Völklingen und den Kreisen Saarlouis und Merzig-Waden vertritt. Das vorrangige Ziel sei es, so der Erste Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Völklingen, Robert Hiry, in Fraulautern, die Arbeitsplätze der Stahlbeschäftigen zu schützen. Bedroht werden die Stellen vor allem durch den Import von Billigprodukten aus China, dem CO-Emissionshandel, dem Erneuerbare-Energie-Gesetz EEG und den Marktstatus der chinesischen Wirtschaft.

Die Welthandelsorganisation (WTO) hatte bei der Aufnahme Chinas 2001 festgestellt, dass die Preise in dem geführten Land nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern staatliche Vorgaben bestimmt würden. Damit konnte die EU Strafzölle verhängen, um den heimischen Markt vor Billigimporten aus China abzuschirmen. Die WTO-Regel gilt aber nur 15 Jahre lang bis zum 11. Dezember 2016. Um eine Änderung des Marktstatus für China wird nun gerungen. In Europa müssen EU-Parlament und EU-Rat als Vertretung der Mitgliedsländer zustimmen. Stolz sind die Gewerkschafter auf die riesige Resonanz ihrer Protestaktionen am 11. April, als im Saarland Zehntausende auf die Straße zogen, um für den Erhalt der Stahlarbeitsplätze zu demonstrieren.

Zufrieden äußerten sich Hiry und Guido Lesch (2. Bevollmächtigter) zum Verhandlungsergebnis, das die IG Metall in Nordrhein-Westfalen erzielt hat und das in den anderen Bezirken übernommen wird: insgesamt 4,8 Prozent mehr Geld in zwei Schritten bis 2017, Einmalzahlungen für Lehrlinge und die übrigen Beschäftigten. Auch mit der Mitgliederentwicklung ist Hiry zufrieden. Während die IG Metall insgesamt 0,1 Prozent Mitglieder verloren habe, verbuchte die Geschäftsstelle Völklingen ein Plus von 0,9 Prozent.