Warm verpackt bei eisigen Temperaturen: Freiwillig gehen zurzeit nur wenige raus

Warm verpackt bei eisigen Temperaturen : Freiwillig gehen zurzeit nur wenige raus

Eisige Kälte – sie fegt Völklingens Straßen und Plätze leer. Kontrastprogramm drinnen: Die Heizungen funktionieren.

 Über Tage hat die sibirische Peitsche in Händen des Tiefs Hartmut Völklingen ihren eiskalten Stempel aufgedrückt. Und die kalte Knute hat das Leben verändert. Wer raus muss, packt sich dick in Klamotten ein, um dem beißenden Wind und der klirrenden Kälte zu trotzen. Bis über die Nasenspitzen  reichen die Wollschals, welche die Kälte aus dem Gesicht halten sollen. Die „Freck“ geht um, der Krankenstand ist so hoch wie lange nicht mehr – und manch einer traut sich deshalb gar nur noch mit Masken auf die Straße, die man sonst nur vom Operationssaal kennt.

Auch auf den Völklinger Wochenmarkt wirkt sich die Kälteperiode aus. „Wo ist denn der Gurken-Heini?“, heißt es da oft. Gemeint ist der von allen nur Paul genannte Obst- und Gemüsehändler Holger Barbian. „Für das Gemüse ist es wohl zu kalt“, mutmaßen die Händlerkollegen.

Fürs Geflügel in Martin Pressers Verkaufsstand hingegen ist es ziemlich genau kalt genug. Und vor allem seine Hühner sind sehr gefragt. „Suppenhühner sind der Renner“, informiert er, während eine gerade eintreffende Kundin bereits den Grund nennt: „Klar, gegen Erkältung gibt es nichts Besseres als heiße Hühnersuppe.“ Karsten Both trifft mit seinen Hunden Crisbin und Nila am Stand ein. „Das ist ja wirklich eisekalt, aber was will man machen? Die Hunde müssen ja raus“, sagt er, den Jackenkragen bis unter die Nase gezogen.

Die Kühlung hat auch Metzger Hans Bernd Schmidt in seinem Verkaufswagen eingeschaltet, das Aggregat springt jedoch nicht an. „Warum auch, es ist ja draußen kalt genug“, sagt er lachend. Wie Ehefrau Karoline hält er sich zwischen den Verkaufsgesprächen am liebsten in der Nähe der elektrischen Heizlüfter auf, ansonsten müssen die roten Vliesjacken und die Kleidung untendrunter reichen. „Viele Kollegen sind heute nicht da, aber es sind ja auch viel weniger Kunden da“, stellen die beiden fest. Und sie glauben auch den Grund zu kennen: „Viele sind krank – das macht sich auch hier bemerkbar.“

So schnell wie möglich kehren die, die unterwegs sind, ins warme Zuhause zurück – und freuen sich, wenn dort die Heizung funktioniert. Und das ist in Völklingen wohl meistens der Fall. Axel Hermann, Inhaber eines Heizungs- und Sanitärbetriebes, wüsste zu helfen, wenn eine Heizanlage den Dienst versagt. Doch er informiert: „Es gibt da derzeit nur ganz wenige Reparaturen, in der Vorwoche war es eine einzige.“ Vor allem in der Innenstadt gebe es in diesem Bereich wenig zu tun, Hermann meint: „Man merkt, wo Fernwärme ist.“ Das sei eine weitgehend störungsfreie Form des Heizens, wie der Fachmann sagt. Der tagelange Dauerfrost habe auch bisher kaum außen liegende Wasserleitungen beschädigt. Doch er schränkt ein: „Vielleicht zeigt sich das auch erst in ein paar Tagen, wenn es auftaut.“

Mehrkosten wegen der eisigen Woche brauchen Kunden der Völklinger Stadtwerke nicht unbedingt zu fürchten. Kosten für Gas, Wasser, Strom und Fernwärme würden ja übers Kalenderjahr berechnet, und da fallen ein paar eisige Tage nicht unbedingt ins Gewicht. „Dafür war der Januar im Vergleich zum Vorjahr recht mild“, heißt es aus dem Stadtwerke-Vertrieb. Noch nicht einmal für die laufende Heizperiode sei ein Vergleich möglich. Im März kämen mit Sicherheit noch ein paar kalte Tage, und sogar der April könnte im Vorjahresvergleich deutlich kälter werden. Aber auch wärmer – Wetterprognosen sind ja immer nur für ein paar Tage möglich. Noch überhaupt nicht abzuschätzen seien auch die Wintermonate am Jahresende, heißt es bei den Stadtwerken. Zur Erinnerung: Das Jahresende 2017 war ungewöhnlich mild.

Markt-Metzger Hans Bernd Schmidt hält sich mit einem elektrischen Heizlüfter warm. Foto: Andreas Lang/Picasa
Händler Martin Presser berät seinen ebenfalls warm verpackten Kunden Konrad Orth. Foto: Andreas Lang/Picasa

Wenigstens lassen die meisten Wettermodelle für die kommenden Tage hoffen. Bereits zum Wochenanfang könnte es schon wieder um die zehn Grad Celsius sein – im Plus, wohlgemerkt.