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Freibad-Schließung kommt bei Völklinger nicht gut an

SZ-Straßenumfrage : Völklinger ärgern sich über Freibad-Schließung

Das Freibad in Völklingen bleibt diesen Sommer geschlossen. Nicht bei jeden stößt die Entscheidung der Stadt auf Verständnis.

 Der Freibad-Spaß in Völklingen fällt in diesem Jahr sprichwörtlich ins Wasser. Der Stadtrat hatte sich auf seiner jüngsten Sitzung dazu entschlossen, dass das Freibad in diesem Sommer zu bleibt. Zu wenig Vorbereitungszeit, zu wenige Einnahmen auf Grund der pandemiebedingten Einschränkungen waren die Argumente seitens der Stadtverwaltung. Unter den Völklingern führt die Entscheidung der Stadt, stattdessen das Hallenbad zu öffnen, indessen zu Kopfschütteln.

  Familie Reichert kann die Entscheidung der Stadt nicht nachvollziehen. Das Hallenbad ist ihrer Ansicht nach zu klein, um die Abstandsregeln auch immer einhalten zu können.
 Familie Reichert kann die Entscheidung der Stadt nicht nachvollziehen. Das Hallenbad ist ihrer Ansicht nach zu klein, um die Abstandsregeln auch immer einhalten zu können. Foto: Tom Peterson

So kritisieret die Familie Reichert, dass das Hallenbad viel zu eng wäre. Das Freibad würde dagegen genug Fläche bieten, um die Abstandsregeln einzuhalten. „Die anderen Städte bekommen das doch auch hin. Warum Völklingen nicht?“, moniert Jörg Reichert. Seine Ehefrau Ines Reichert pflichtet bei: „Für die Kinder wird das schwer werden“. Diese müssten sich, wie ihr Sohn Ricardo, nun etwas anderes suchen, wenn sie baden gehen wollen. Auch den Vorschlag der Völklinger SPD, dass das Freibad alternativ als Park genutzt werden soll, halten die beiden für Unfug. „Die Kinder könnten sich dann doch denken trotzdem schnell ins Wasserbecken zu springen und schon bekommen sie eine Strafe vom Ordnungsamt“, sagt Ines Reichert.

  Für Melanie Münnich ist das Hallenbad keine Alternative.
 Für Melanie Münnich ist das Hallenbad keine Alternative. Foto: Tom Peterson

Wenn man das Freibad als Park nutzen würde, sollte der Eintritt kostenlos sein, findet Melanie Münnich. Auch wäre es wichtig, den dortigen Kiosk wieder zu öffnen, sodass die Betreiber wieder etwas verdienen könnten. Die Entscheidung der Stadt kann die in Völklingen aufgewachsene junge Frau zwar nachvollziehen, für Kinder gäbe es „aber dann gar nichts mehr“, bemängelt sie. Das Hallenbad sei für sie auch keine Alternative. Stattdessen nutze sie lieber den eigenen Pool. 

  Elke Becker würde sowohl Hallen- als auch Freibad öffnen.
 Elke Becker würde sowohl Hallen- als auch Freibad öffnen. Foto: Tom Peterson

Auch die aus Schwalbach stammende Elke Becker kritisiert, dass jetzt nur das Hallenbad geöffnet werden soll. „Wenn das öffnet, kann man auch das Freibad aufmachen. Das ist gehopst wie gesprungen.“ Zum Schutz der Menschen, die besonders stark durch das Corona-Virus gefährdet sind, könne man dann die älteren Menschen ins Hallenbad lassen und die Jüngeren ins Freibad, schlägt sie vor.

  Tamari Ramon will wegen Corona noch nicht ins Hallenbad gehen.
Tamari Ramon will wegen Corona noch nicht ins Hallenbad gehen. Foto: Tom Peterson

Robert Spurk begrüßt dagegen die Entscheidung, dass Freibad geschlossen zu halten. „Ich finde, die Leute sind ansonsten zu unvorsichtig“, erklärt er. Ähnlich sieht es die in Völklingen lebende Tamari Ramon. Wegen der Corona-Pandemie würde sie nur zum Einkaufen nach draußen gehen. „Sobald Corona vorbei ist, sollte das Freibad aber wieder geöffnet werden“, sagt sie.