Fraktion der Linke im Völklinger Stadtrat löst sich auf

Krise der Saar-Linken : Völklinger Linke-Fraktion hört auf

Der Hauskrach bei den saarländischen Linken setzt sich nun offenbar auch in der Stadt Völklingen fort. Wie bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend bekannt wurde, hat sich die fünfköpfige Fraktion der Linkspartei im Stadtrat aufgelöst.

Die bisherige Fraktionsgeschäftsführerin Birgit Schmitt teilte hier mit, vier Ratsmitglieder hätten die Fraktion verlassen und gleichzeitig eine neue Fraktion mit dem Namen „Soziale Bewegung Völklingen“ gegründet. Neben ihr selbst handele es sich dabei um Klaus Degen, Christoph Gottschalk und Georg Jungfleisch. Mangelnde Zusammenarbeit und fehlende Abstimmung zwischen Fraktion und Ortsverband seien der Anlass zu diesem Schritt gewesen.

Kurz zuvor war es offenbar bei einer Mitgliederversammlung, bei der die Völklinger Linken ihre Kandidaten für die Kommunalwahl aufgestellt hatten, zum Eklat gekommen. Wie berichtet, war hier als einziges amtierendes Stadtratsmitglied Paul Ganster auf der neuen Liste übrig geblieben. Auf den insgesamt sieben Listenplätzen war auch keine Frau zu finden.

Diese Versammlung war vom Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze geleitet worden, der mit seinem Flügel als großer Gegenspieler der Gruppe um Oskar Lafontaine in der Landespartei gilt.

Darauf bezog sich nun auch Birgit Schmitt. Sie sagte, bei dieser Listenaufstellung in Völklingen sei die Frauenquote der Linken nicht berücksichtigt worden. Nach der Abwahl der einzigen angetretenen Frau – es handelte sich dabei um Schmitt selbst – seien auch weitere aktive, jahrelang tätige Mandatsträger nicht mehr zur Wahl angetreten.

„Intrigen, die bisher auf Landesebene, Kreisverbandsebene sowie der Stadt Saarbrücken mit Stadtratsfraktion und Regionalverbandsfraktion stattfanden, haben nun auch das Umland von Völklingen erreicht“, fasste Schmitt ihren Meinung zusammen.

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