Flüchtige Momente

Am Mittwochabend erlebten über 400 Autofahrer ihr grün-blaues Wunder. Über drei Dutzend Polizeibeamte waren zu Kontrollen unterwegs mit dem Ziel, Einbrecher abzuschrecken. Doch die Freude über solche Polizeipräsenz auf der Straße kann zwangsläufig nur kurz sein, wenn die Beamten sonst bis über die Ohren in der tagtäglichen Fallbearbeitung stecken.Bereits am Dienstagabend erlebte Wolfried Willeke, verkehrspolitischer Sprecher der Völklinger SPD-Stadtratsfraktion, einen kleinen Halloween-Grusel.

Urplötzlich (aus seiner Sicht) waren fünf Parkplätze auf der bisherigen Busspur in der Rathausstraße markiert - und auch noch ohne Parkzeitbegrenzung. Bequemparker nahmen das Angebot dankend an und machten sich breit. Aber wie lange wird man im Rathaus dieses Treiben dulden?

Direkt vorm christlichen Allerheiligen-Fest treibt nun der Halloween-Fimmel sein Wesen. Doch das sind Geister, die sich rasch verflüchtigen. Ganz real ist dagegen der Völklinger Schuldenberg. Er wird weiter wachsen. Kommende Woche sollen die Beschlüsse für ein großes Flüchtlingswohnraumprogramm gefasst werden - Ausgaben, die die Stadtverwaltung im wahrsten Sinne des Wortes "überplanmäßig" nennt. Doch Flüchtlinge sind eben nicht nur flüchtig, sondern werden sicher länger bei uns leben.

Andere Dinge ändern sich rasch. Nach neonfarbenen Skeletten und Kürbis-Fratzen werden bald Martinslaternen die Szene beherrschen. Schon am Freitag startet der erste Umzug zum Völklinger Alten Brühl. Erinnern wir uns: Dieser Heilige hat ohne Zögern seinen Mantel mit einem armen Mann geteilt. Ein Moment, der in Erinnerung blieben sollte.