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Was die Völklinger Fischfarm braucht
Eine gute Idee ist längst nicht alles

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Schaut man von dem Punkt, an dem die Völklinger Meeresfischfarm heute angelangt ist, zurück auf die Anfänge des Projekts, in denen die Völklinger Stadtwerke die Verantwortung trugen dafür, drängen sich zwei Schlüsse unabweisbar auf. Von Doris Döpke

Erstens: Die Idee, an Land Meeresfische zu ziehen, leuchtet ein. Zweitens: Um sie  in die Tat umzusetzen, braucht man Top-Fachleute aus verschiedensten Gebieten, Risikokapital, das man schlimmstenfalls abschreiben kann, und viel Zeit. All das hatten die Starter des Fisch-Projekts nicht, sie haben die Mühen der Ebene und ihre eigenen Grenzen außer Acht gelassen.


Was nicht gegen das Projekt spricht, im Gegenteil. Nur: Als kommunales Projekt war es ein paar  Nummern zu groß. Jetzt ist es in private Hand gelangt. Und erweist sich auch da als mühselig – kein Selbstläufer, sondern eine Sache, die mit viel Sorgfalt, Geduld und gründlichem Netzwerken vorangetrieben werden muss. Und vor allem mit breit gestreutem Sachverstand, von Biologie über Ingenieurs-Fragen und Organisation bis hin zu Vertrieb und Marketing. Still, aber beharrlich hat das Team um Geschäftsführer Peter Zeller sich ans Werk gemacht. Dafür, dass die neuen Betreiber der guten Idee die Geltung verschaffen, die sie verdient, sieht es mittlerweile nicht schlecht aus.

Je schneller das glückt, desto besser. Ideen, deren Umsetzung scheitert, gelten als verbrannt, niemand wagt sich mehr dran. Das sollte der Idee, Meeresfische an Land zu ziehen, möglichst nicht widerfahren. Denn politisch und ökologisch ist sie sinnvoll – ihr Nutzen wird sich aber erst durch kluge, zugleich visionäre und detailgenaue Arbeit erschließen.