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Feuerwerk gab's nur außerhalb des Stadions

Feuerwerk gab's nur außerhalb des Stadions

Saarbrücker und Trierer Fußballfans, die in der Vergangenheit zu oft geböllert haben, durften am Samstag nicht ins Völklinger Neuberger-Stadion. Die Kicker mussten vor beinahe leeren Rängen spielen.

Bumm! Als die Mannschaften des 1. FC Saarbrücken und des SV Eintracht Trier zu ihrem Regionalliga-Derby (Endstand 2:2) den Rasen des Völklinger Neuberger-Stadions betreten, kracht ein Böller. Außerhalb des Stadions, auf dem Gelände des Schwimmbadparkplatzes. Die Stehränge im Stadion werfen den Knall als Echo zurück - sie sind verwaist. Mit Flatterband abgesperrt, denn die Fußballfans, die sonst die Stehplätze mit Leben füllen, sind ausgesperrt. Weil die Fußballanhänger beider Lager in der Vergangenheit zu oft geböllert haben, hat der Fußballverband eine so genannte Teilsperre ausgesprochen.

Für die Polizei aber kein Grund, sich darauf zu verlassen, dass wirklich keine Fußballfans nach Völklingen reisen. Sie musste damit rechnen, dass Gruppen der verfeindeten Fanlager in der Stadt aufkreuzen, um "Palaver" zu veranstalten. Es habe auch entsprechende Hinweise gegeben, meldete Polizeisprecher Udo Schneider als Einsatzleiter bereits unter der Woche. "Auch heute gab es Hinweise, dass sich irgendwo Fans sammeln", berichtet er, bereits im Stadion, Minuten vor dem Anpfiff. Am Weltkulturerbe und in Wehrden, so kursierte es auf dem Völklinger Markplatz. "Gerüchte", sagt Schneider. Beamte vor Ort hätten schnell festgestellt, dass es dort ruhig war.

Gespenstisch ruhig, wie rund ums Stadion. Wer mit personalisierter Eintrittskarte zum Stadion ging, blickte sich verwundert um. Mit der Frage ins Gesicht geschrieben: "Findet hier tatsächlich ein Fußballderby statt?" Klar, denn auf dem Platz machen sich die Spieler bereits warm. Die Saarbrücker so wie immer, die Trierer mit einem Spruch auf den Aufwärm-T-Shirts: "Kein Derby ohne Fans." Die Ordner sind besonders sensibilisiert, unbedingt auf die personalisierten Tickets zu achten. Sogar der einstige Landesvater und FCS-Funktionär Reinhard Klimmt muss seine Karte vorzeigen.

Gespenstisch geht es nach dem Anpfiff weiter. Auf der Tribüne kommen die Trierer Fans zunächst besser mit der Situation zu Recht. "Eintracht, Eintracht!", skandieren sie. Und sie haben bald Gelegenheit zum Torjubel, sogar doppelt. Erst in der zweiten Hälfte feuern auch die Saarbrücker Fans mit an - "ihre" Mannschaft erkämpft sich prompt auf dem Platz den Ausgleich. Die 21 Fans draußen auf dem Schwimmbadparkplatz stimmen ein in die Anfeuerungsgesänge. Und zünden im Überschwang weiteres Pyro-Material. Rauchtöpfe, wie es später im Dienstbuch der Polizei stehen wird. Das aber ansonsten erstaunlich leer bleibt. Ein verfehlter Bierbecher-Wurf aus Richtung Tribüne auf einen Gästespieler steht drin. Und: "In Saarbrücken hatten wir eine Gruppe unter Beobachtung", sagt der Einsatzleiter. Er geht auch davon aus, dass die verfeindeten Gruppen in Kontakt gestanden hätten, um sich irgendwo zu treffen. Dafür wäre noch Quierschied in Frage gekommen, wo die A-Jugend des FCS ihr Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt gewonnen hat (4:0). Nach Schneiders Angaben haben dort etwa 500 Saarbrücker Fans ihre Jugend unterstützt - friedlich. > : Weiterer Bericht.