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Kommunen arbeiten zusammen: Feuerwehr-Service für die Nachbarn

Kommunen arbeiten zusammen : Feuerwehr-Service für die Nachbarn

Sieben Kommunen erweitern die interkommunale Zusammenarbeit: Völklingen pflegt jetzt die Lösch-Ausrüstung für alle.

Wie wichtig Feuerwehrschläuche tatsächlich für ihre Sicherheit sind, können nur Feuerwehrleute selbst ermessen. Und so sagt Thomas Albert von der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen: „Neben dem Atemschutzgerät ist der Schlauch die zweite Lebensversicherung eines Angriffstrupps im Einsatz.“ Dieses lebenswichtige Werkzeug muss also bestens gepflegt, gewartet und geprüft werden. Im Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte erledigt das seit etwa drei Jahren eine Maschine fast im Alleingang.

Wie, das hat Albert am Mittwochvormittag der Völklinger Oberbürgermeisterin Christiane Blatt, dem Bürgermeister Christof Sellen und Vertretern der Nachbarkommunen demonstriert – mit Blatt und Sellen staunten die Bürgermeister Stefan Louis (Bous), Sebastian Greiber (Wadgassen), Martin Speicher (Püttlingen), Klaus Häusle (Riegelsberg) und Jörg Dreistadt (Großrosseln). Für die Gemeinde Schwalbach war Wehrführer Hermann-Josef Schudell gekommen. Denn der Apparat ist zentrales Element einer interkommunalen Zusammenarbeit.

„Die Feuerwehren von sieben Nachbarkommunen sparen in Zukunft Geld und Zeit. Das Zauberwort heißt interkommunale Kooperation“, heißt es vonseiten der Stadt Völklingen. Kernstück der neuen Zusammenarbeit, an der sich die Kommunen Völklingen, Püttlingen, Wadgassen, Schwalbach, Riegelsberg, Großrosseln und Bous beteiligen, ist ein sogenanntes Schlauchpflegezentrum, das in Völklingen angesiedelt ist. Es ist auch der Ort, an dem die Einsatzkleidung der Wehrleute gereinigt wird. Und es übernimmt für alle Beteiligten die Prüfung von hydraulischem Gerät.

Wo früher Knochenarbeit gefragt war, genügen jetzt wenige Handgriffe. Thomas Albert führt es vor. Ein Ende des zu reinigenden Schlauchs stopft er in die dafür vorgesehene Klappe, dahinter beginnt die Technik mit der Arbeit. Der Schlauch wird nicht nur von Bürsten gereinigt, sondern auch der Länge nach per Laser vermessen. Von den Augen der Beobachter ungesehen, sorgt ein Leitblech dafür, dass der Schlauch gerade eingeführt und auf eine erste Rolle gewickelt wird. Vorher ist ein zweiter Handgriff notwendig, Albert muss den Schlauch nämlich an die dafür vorgesehene Kupplung anschließen.

Im nächsten Schritt muss er erneut eingreifen. Er zieht den Schlauch durch eine Spindel und kuppelt ihn an eine weitere Rolle mit Kuppelanschluss. Nachdem er die Plexiglas-Schiebetür wieder geschlossen hat, bestätigt er am Touchscreen, dass es weiter gehen kann, zur Feier des Tages darf das Völklingens Bürgermeister Sellen übernehmen. Nachdem die Maschine die beiden Schlauchenden mittig aufgerollt hat, beginnt der gefährlichste Teil, die zweistufige Druckprüfung. Zunächst mit vier Bar, nach erneuter Bestätigung dann mit 16 Bar. Als der Druck wieder entwichen ist, wickelt die Spindel den Schlauch gebrauchsfertig zur Rolle. Noch nicht mal acht Minuten hat das gedauert. Alberts Kommentar: „Nach dem Großbrand an der Bergstraße im Januar 2017, bei dem gut 200 Schläuche gebraucht wurden, lief die Anlage 36 Stunden am Stück.“ Außer nach dem Gebrauch müssen die Schläuche jährlich einer Prüfung unterzogen werden.

„Eigentlich kostet die Maschine 75 000 Euro“, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Dagmar Menzel. Völklingen sei aber an ein Schnäppchen gekommen: Als Messe-Vorführgerät habe das Gerät nur 55 000 Euro gekostet. Auf jeden Fall rechnet sich das besser, wenn mehrere Kommunen die vorhandene Kapazität nutzen.

Rathauschefs nicht auf dem, sondern am Schlauch – gemeinsam, von links: Stefan Louis (Bous), Sebastian Greiber (Wadgassen), Martin Speicher (Püttlingen), Klaus Häusle (Riegelsberg), Jörg Dreistadt (Großrosseln), Christiane Blatt, Christof Sellen (Völklingen) und Hermann-Josef Schudell (Wehrführer Schwalbach). Foto: BeckerBredel

Und wie sieht die finanzielle Seite der Kooperation aus? Pro Schlauch stellt Völklingen den beteiligten Kommunen etwa 2,50 Euro in Rechnung, sagt Pressesprecher Uwe Grieger. Damit würden anteilig Personal- und Maschinenkosten abgedeckt. Die anderen Kommunen sparen sich dafür die Anschaffung des teuren Geräts und müssen kein Bedienungspersonal einstellen.