Fest an Wendalinuskapelle in Ludweiler

Zum Tag des offenen Denkmals : Ein frohes Fest an der Kapelle

Die Wendalinuskapelle in Ludweiler ist gerettet: Grund genug, am Tag des offenen Denkmals mit Sang und Klang zu feiern. Jetzt soll auch noch eine Glocke in den Turm.

Fast familiär feierte der Kapellenverein der Wendalinuskapelle am Sonntag eine Art Spätsommerfest zum Tag des offenen Denkmals. Die Kapelle in Ludweiler hat sich übrigens spätestens, seitdem der einst fast schon baufällige Sakralbau ein Türmchen hat, zum Kleinod entwickelt.

Wie familiär diese Feier war, zeigte sich zum Beispiel daran: Als sich abzeichnete, dass die zum offenen Singen erwarteten Chöre wegen Personalmangels nicht auftreten würden, sorgte der Vorsitzende des Kapellenvereins höchstpersönlich für die Alternative. Die Wandergitarre gestimmt und mit sanftem Vibrato in der Stimme, trug Robert Müller ausdauernd ein abwechslungsreiches Programm aus Fahrtenliedern und Evergreens zusammen.

„Wer hat die Kokosnuss geklaut?“ – das haben viele noch im Ohr und singen zumindest im Refrain gerne und lautstark mit. Oder zu dem Lied, mit dem die Völklinger Cindy und Bert einst als eine der ersten die zur Wirschaftswunderzeiten aufkommende Reiselust besangen: „Eviva Espana“. „Und nachher spiele ich Euch noch ein paar Gospels“, verkündete Müller gut gelaunt.

Den ganzen Tag über gab es ein stetiges Kommen und Gehen auf der Kapellenwiese. „Schon das Morgenlob war gut besucht“, so Müller. Wenig später hatte die Brassband des Fanfarenzugs Ludweiler vor der Kapelle aufgespielt: „Sie waren auf dem Weg zu einem Auftritt in Luxemburg, wollten es sich aber nicht nehmen lassen, hier noch einmal aufzutreten.“ Gut gefallen hat Müller auch wie vielen anderen Gästen die Darbietung der Projektband der Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule: „Das war schon richtig klasse, was die gemacht haben.“

Klar, dass der Kapellenverein den Tag des offenen Denkmals auch zum Anlass nahm, über Historie der Wendalinuskapelle und die jüngste Entwicklung zu berichten. Auf mehreren bebilderten Schautafeln war das nachzulesen. Und weil das Denkmal ja offen stand, auch an Ort und Stelle zu begutachten. Müller selbst wird auch nicht müde, über die Rettung der Kapelle zu berichten: „Einst habe ich mit dem Pfarrgemeinderat dafür gestimmt, diese Kapelle aus Kostengründen aufzugeben.“ Daraufhin sei aber ein „Ruck durch den Ort“ gegangen.

Ein Korpus ohne Arme ist neben dem Altar zu finden. Er soll zeigen, dass Jesus zwar mit den Christen ist, jedoch nur die Hände der Christen hat, um sein Werk auf Erden zu tun. Foto: BeckerBredel

Der Ortsrat, Privatpersonen, katholische und evangelische Christen, Geschäftsleute – alle wollten helfen, das Gotteshaus zu erhalten. Das Dach ist längst gemacht – dank großen ehrenamtlichen Engagements und dem Entgegenkommen lokaler Firmen zu einem Bruchteil der veranschlagten Kosten. Auch der Innenraum ist saniert. Zuletzt wurde die Sanierung dann mit einem neuen Turm gekrönt. In den soll in absehbarer Zeit auch noch eine Glocke einziehen.

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