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Fernwärme aus Völklingen soll „grüner“ werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Investition am Kraftwerk Völklingen-Fenne : Fernwärme soll „grüner“ werden

Das Unternehmen Steag investiert in Völklingen und nutzt künftig auch Abwärme des Müllheizkraftwerks Velsen.

Das Unternehmen Steag New Energies GmbH will neben dem Kraftwerk in Völklingen-Fenne ein Heizkraftwerk für die Fernwärmeversorgung bauen. Wegen des Kohleausstiegs soll die Fernwärme auf eine umweltfreundliche Erzeugung umgestellt werden. Deshalb werde die Abwärme der Müllverbrennungsanlage Velsen künftig in das Netz der Fernwärmeschiene Saar eingespeist, teilt Steag-Pressesprecher Daniel Mühlenfeld mit. Die Fernwärmeverbund Saar GmbH betreibt die 19 Kilometer lange Fernwärmeschiene Saar zwischen Fenne und Saarlouis/Dillingen. Mühlenfeld: „Mit einem Wärmeabsatz von rund 660 000 Megawattstunden im Jahr ist es eines der größten regionalen Fernwärmeverbundsysteme in Deutschland.“ Die beiden Kohlekraftwerksblöcke in Fenne seien derzeit die größten Erzeuger der Fernwärmeschiene Saar in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Weil die Kohleverstromung spätestens 2038 endet, müsse die Fernwärmeerzeugung umgestellt werden, zum Beispiel durch die Abwärme der Müllverbrennungsanlage und die geplanten Heizwerke in Völklingen und Saarlouis. Denn in Zeiten hoher Stromproduktion mit erneuerbaren Energien müssten herkömmliche KWK-Anlagen zurückgefahren oder außer Betrieb genommen werden, um Verluste zu vermeiden, erklärt Mühlenfeld. Das Heizkraftwerk in Völklingen-Fenne werde mit Erdgas betrieben. Wie hoch die Investitionssumme der Steag in Fenne ist, konnte er nicht sagen. Nun gehe es zunächst darum, Planungsrecht zu schaffen. Das soll am Donnerstag in der Sitzung des Völklinger Stadtrats passieren. Am Montag war die Investition auch Thema im Völklinger Ortsrat. Denn der Bebauungsplan im Stadtteil Fürstenhausen muss nun geändert werden. Nach Angaben der Verwaltung wird das Heizkraftwerk rund 560 Quadratmeter groß sein, 2021 gebaut und in Betrieb gehen.

Die Fernwärme-Verbund Saar GmbH (FVS) betreibt die Fernwärmeschiene Saar. Sie wurde 1979 als gemeinsame Gesellschaft der damaligen Saarberg Fernwärme GmbH und der Stadtwerke Saarbrücken gegründet. Die Steag GmbH ist mit 74 Prozent, die Stadtwerke Saarbrücken Netz AG mit 26 Prozent an der FVS beteiligt. Heute werden rund 13 500 Kunden mit Fernwärme versorgt, teilt das Unternehmen Steag mit.