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Neue Anlage im Kraftwerk Fenne
Neuer Kessel verwandelt nicht gebrauchten Strom in Wärme

Hinten steht der neue E-Kessel. Vorn (von links) drücken der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, Völklingens Oberbürgermeisterin Christiane Blatt und Steag-Chef Joachim Rumstadt den Startknopf. 
Hinten steht der neue E-Kessel. Vorn (von links) drücken der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, Völklingens Oberbürgermeisterin Christiane Blatt und Steag-Chef Joachim Rumstadt den Startknopf.  FOTO: Steag GmbH / Becker & Bredel
Fenne. Technik für die Energiewende: Das Kraftwerk Fenne nimmt eine zwei Millionen Euro teure Speicher-Anlage in Betrieb.

Das Kraftwerk Fenne ist um eine neue technische Anlage reicher, nämlich um einen Elektrodenkessel (E-Kessel) mit einer Leistung von 20 Megawatt. Der Steag GmbH, die das Kraftwerk Fenne betreibt, war die zwei Millionen Euro schwere Neu-Investition so wichtig, dass sie deren Start mit prominenter Besetzung feierte: Den symbolischen „roten Knopf“ drückten der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU), Völklingens Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) und Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Steag-Geschäftsführung.


Die neue Anlage, teilt das Unternehmen mit, sei ein Beitrag, um die „Herausforderungen der Energiewende in Deutschland“ zu bewältigen. Um zu verstehen, wie das gemeint ist, muss man sich die Funktion des E-Kessels anschauen: Er kann bei Bedarf überschüssigen Strom schnell und effizient in speicherbare Wärme umwandeln.  Strom, der gerade nicht gebraucht wird, kann dann über das Fernwärmenetz zum Heizen dienen.

Der Fenner E-Kessel steht im Kontext des Forschungsprogramms „Schaufenster DESIGNETZ“, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Worum es dabei geht,  erläutert   Rumstadt so: „Wir arbeiten daran, die Sektoren Strom, Wärme und Grubengas stärker zu vernetzen und somit flexibler und intelligenter zu nutzen.“ Das helfe bei der Energiewende. Denn Strom aus erneuerbaren Energien, etwa Photovoltaik und Windkraft, hänge vom Wetter ab, schwanke also stark. Diese Schwankungen gelte es auszugleichen. Und wenn man Überschussstrom – der  Erzeugungskosten verursacht, sich aber  nicht vermarkten lässt, also einen „negativen Preis“ hat – im Wärmebereich einsetze, sei das wirtschaftlich, aus Rumstadts Sicht sogar „günstiger als alle andere technischen Alternativen“.



Die grundlegende Technologie des E-Kessels habe sich bereits in der Praxis bewährt, heißt es. Neu sei jetzt, dass man einen E-Kessel im Zusammenspiel mit vielen anderen Anlagen teste, sagt der zuständige Projektleiter Lars Wenning. In Fenne gehören dazu unter anderem ein Fernwärmespeicher, zwei Steinkohleblöcke und ein Grubengas-Blockheizkraftwerk mit Fernwärmeauskopplung, ein Gaskessel, ein Großbatteriesystem sowie eine Gasturbine.

(dd)