Stadtwerke und Parkhotel: Fast fertig mit dem Aufräumen

Stadtwerke und Parkhotel : Fast fertig mit dem Aufräumen

Die frühere Stadtwerke-Führung hat gewaltige Altlasten hinterlassen. Nun ist zumindest gesichert, dass sich das frühere Parkhotel Albrecht nicht zum Dauer-Leerstand entwickelt.

Das Parkhotel, ein Wahrzeichen von Völklingen, kann weitergeführt werden. Ein drohender Dauer-Leerstand nach dem Auszug des Ehepaars Albrecht ist vermieden. Der neue Pächter, eine große Hotelkette, macht einen seriösen Eindruck. Allerdings hat sich die ursprüngliche Absicht der Stadtwerke zerschlagen, das Gebäude zu einem vernünftigen Preis, zuletzt war die Rede von 1,5 Millionen Euro,  auf Dauer an den Mann zu bringen.

Rund fünf Millionen Euro hatten es sich die Stadtwerke unter früherer Führung kosten lassen, sich im Hotel-Gewerbe zu versuchen. Damit verbanden sich hoch gesteckte Ziele. Mit der Übernahme, der Renovierung und der Erweiterung des schon damals leer stehenden Parkhotels Gegenbach wollten sie Vöklingen etwas Gutes tun und sich gleichzeitig (wie beim Abenteuer Fischzucht) neue Geschäftsfelder erschließen. Zudem war vorgesehen, dass sich der Pächter auf dem Weg des Mietkaufs Schritt für Schritt das Eigentum am Gebäude erwirbt. 2007 wurde man mit den Albrechts handelseinig.

Doch, Ironie der Geschichte: Ausgerechnet die Stadtwerke hatten es unterlassen, den Altbau energetisch zu sanieren. Und so entwickelte sich dieser Plan zu einer Milchmädchen-Rechnung. Die Albrechts hielten es immerhin bis Anfang 2018 aus. Und brachten das Haus in Schwung. Sie hätten im Prinzip auch gekauft. Aber nicht zu dem Preis, den die Stadtwerke für angemessen hielten.

,,Wir können das Gebäude nicht verschenken“, hatte Michael Böddeker, seit 2015 Geschäftsführer der Stadtwerke, immer wieder betont. Im Gegensatz zu der Fischzuchtanlage, von der sich Stadtrat und Stadtwerke seinerzeit regelrecht in Torschlusspanik zu einem Schleuderpreis getrennt hatten. Zumindest steht das Parkhotel nicht mehr leer. Wobei sich nun der neue Pächter am Erfolg des Vorgängers messen lassen muss.

Aus der Zeit der Stadtwerke-Krise wartet aber noch eine weitere Altlast auf Bewältigung durch Böddeker und den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Erik Kuhn: Das Alte Wasserwerk am Simschel, seinerzeit teuer zu einem Veranstaltungszentrum umgebaut, liegt weiterhin im Dornröschenschlaf. Eine kommerzielle Nutzung scheint beim Raumangebot und der Lage der Immobilie am Stadtrand im Wald in Richtung Püttlingen schwierig.

Doch man könnte sich zum Beispiel denken, dass Vereine dort Theater spielen. Wenn man das Wasserwerk nach Ludweiler beamen könnte, wäre das die Lösung für Thalia gewesen. Für den Verein wird nun teuer im Alten Bürgermeisteramt Ludweiler umgebaut. Aber für die Völklinger Titania könnte das eine Chance sein, statt in die (ebenfalls teuer zu renovierende) alte Turnhalle in Luisenthal umzuziehen.

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