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Fahrrad-Freunde sind unzufrieden

Völklingen. Der ehrenamtliche Völklinger Sicherheitsbeirat hat im August 2014 Vorschläge gemacht, wie man Völklingens Radwegenetz verbessern könnte. Antwort kam erst jetzt – und die Fahrrad-Freunde sind enttäuscht. Thomas Annen

Ende August 2014 organisierte die Fahrrad-Projektgruppe des Völklinger Sicherheitsbeirates eine Radtour durch die Stadt. Während der Ausfahrt wurden kritische Punkte im Radwegenetz unter die Lupe genommen. Ein Protokoll mit Verbesserungsvorschlägen ging damals an die Stadtverwaltung. Rund fünf Monate musste man auf eine Antwort warten. Von dem nun vorliegenden Zwischenbericht der Stadt hatten sich die Radfahrfreunde mehr erwartet. "Wir sind total unzufrieden", sagte der Beiratsvorsitzende Werner Michaltzik am Montagnachmittag in der Sitzung der Projektgruppe "Mit dem Fahrrad durch Völklingen - aber sicher!"

Unter anderem hatte die Projektgruppe angeregt, die Busspur in der Rathausstraße für den Radverkehr freizugeben. Doch daraus wird wohl nichts. Die Stadt teilt mit, dass die Busspur in der unteren Rathausstraße bis zum Woolworth für Parkplätze entfallen soll. Damit ist der Beirat nicht einverstanden. "Es gibt mehr als genug Parkplätze in Völklingen ", sagte Projektgruppenleiter Hans Holderbaum. Der Experte ist auch Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Den Hinweis, ausgeschilderte reine Fußwege auch für Radfahrer freizugeben, hält die Stadt für sinnvoll. Ein Anfang, schreibt die Verwaltung, sei bei den Fußwegen im Henri-Dunant-Weg gemacht worden. Dort habe man die Fußwegeschilder mit dem Zusatz "Radfahrer frei" versehen. Andere Fußwege im Stadtgebiet würden nun nach und nach auf eine mögliche Rad-Mitnutzung überprüft.

Privatgelände ist im Weg



Schlechte Nachricht hingegen bezüglich des gewünschten Ausbaus des Trampelpfades, der von Aldi in der Straße Im Betzen an die Saar führt. Die Anregung wird von der Stadt nicht weiter verfolgt. Der Weg, so die Auskunft, würde über Aldi-Gelände führen. Der Sicherheitsbeirat hofft nun auf ein Engagement des Unternehmens. Die Verwaltungsspitze soll Kontakt mit Aldi aufnehmen.

Einbahnstraßen-Frage noch offen

In der Poststraße spricht man sich dafür aus, dass die Einbahnstraße für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben wird - und zwar in dem Teilstück zwischen Bismarckstraße und Hofstattstraße. Hier sei eine verkehrstechnische Untersuchung erforderlich, teilt die Verwaltung mit. Diese sei allerdings noch nicht erfolgt. Ein Dorn im Auge ist dem Sicherheitsbeirat auch der Doppelbügel auf dem Fußweg neben dem Neuen Rathaus. Doch den will die Stadt im derzeitigen Zustand belassen. Zur Enttäuschung des Beirates wird in dem Schreiben keine Begründung genannt.

Mir ihrer Kritik steht die Projektgruppe nicht allein, auch andere Radler sind mit der Situation unzufrieden. Beim jüngsten Fahrradklima-Test des ADFC erhielt die Stadt nur die Note "ausreichend". Mit Platz 251 landete Völklingen im unteren Mittelfeld der fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe. Teilnehmer bemängelten vor allem, dass es kaum in Gegenrichtung geöffnete Einbahnstraßen gibt und die Radwege zu wenig von Falschparkern freigehalten werden. "Ich hatte Völklingen noch weiter hinten erwartet", sagte Holderbaum mit Blick auf das Ergebnis.