Extremsportler sucht neue Helden

Völklingen. Auf der Suche nach neuen Helden macht Motivationscoach Joachim Franz (48) am Mittwochmorgen am Völklinger Albert-Einstein-Gymnasium Station. "Ich will eure Ideen!", ruft er den über 200 Jungs und Mädchen in der Aula zu

Völklingen. Auf der Suche nach neuen Helden macht Motivationscoach Joachim Franz (48) am Mittwochmorgen am Völklinger Albert-Einstein-Gymnasium Station. "Ich will eure Ideen!", ruft er den über 200 Jungs und Mädchen in der Aula zu. Die Stadtsparkasse Völklingen hat den Aids-Aktivisten eingeladen, um die Schüler anlässlich der Kampagne "be your own hero - Award 2009" zu sozialem Engagement zu motivieren (siehe "Auf einen Blick"). Franz weiß, wovon er spricht: Für seinen weltweiten Einsatz gegen die Immunschwächekrankheit Aids wurde er vom Magazin Reader's Digest zum "Europäer des Jahres 2009" gewählt. Emotional und fesselnd erzählt Franz seine Geschichte: Nach der Realschule lernt er Werkzeugmacher und arbeitet bei Volkswagen in Wolfsburg. Während seine Träume im Alltagstrott verblassen, wird sein Bauch immer sichtbarer. Als die Waage 123 Kilo anzeigt, beschließt er, sein Leben zu ändern und Sport zu treiben. Die ersten Rückschläge lassen nicht lange auf sich warten. Doch Franz gibt nicht auf. Und lässt sich auch von Menschen, die ihm wenig zutrauen, nicht vom Weg abbringen. "Schmerz geht, Stolz bleibt", stellt der Extremsportler fest. Im Mai 1990 läuft er den ersten Marathon, später strampelt mit einem Kettcar durch Afrika und überquert mit dem Tretroller den Ural. "Ich wollte immer mal mit einem Fuß in Europa und mit dem anderen in Asien stehen", erzählt Franz. Auf seinen Touren lernt der Sportler viel über die Welt. Und er merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Als er das Leid der Aids-Kranken in einem Sterbehaus auf den Philippinen sieht, verändert sich sein Leben. Seit dem Jahr 1999 nutzt der Aktivist den Sport, um öffentlichkeitswirksam gegen Aids zu kämpfen. Etwa, indem er mit dem Rad die Panamericana befährt. Die 23.000 Kilometer von Alaska bis Feuerland legt er in 36 Tagen zurück. Sein neuestes Projekt: Auf dem höchsten Punkt aller Länder der Erde soll mit einer Gipfel-Fahne ein Zeichen gegen Aids gesetzt werden. Franz ermutigt die jungen Zuhörer, sich zu engagieren. "Ihr habt die Möglichkeit, dort draußen etwas zu verändern", versichert er am Ende seines 90-minütigen Vortrags.

Auf einen Blick "Be your own hero" - sei dein eigener Held: So lautet das Motto einer Kampagne, zu der der Wolfsburger Motivationscoach Joachim Franz gemeinsam mit den saarländischen Sparkassen aufruft. Im Oktober stellt er den Wettbewerb an sechs saarländischen Schulen vor. Schüler sollen motiviert werden, Konzepte im Bereich "soziales Engagement" zu entwickeln. Möglich sind zum Beispiel sportliche oder künstlerische Aktionen. Teams mit mindestens zwei Schülern können sich im Internet unter www.beyourownhero.de registrieren. Einsendeschluss für das Konzept ist der 31. Januar 2010. Den besten Projekten winken Geldpreise: Der erste Preis beträgt 1000 Euro, der zweite 750 Euro, der dritte 500 Euro. Für die Plätze vier bis zehn gibt es jeweils 400 Euro. tan

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