EVS gräbt sich in Stadionstraße vor

EVS gräbt sich in Stadionstraße vor

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat in der Völklinger Stadionstraße mit aufwendigen Kanalbauarbeiten begonnen. Ziel ist, dass der Hauptsammler Köllerbachtal plötzlichen Starkregen besser verkraftet.

Bis zum Spätsommer müssen die Völklinger in der Stadionstraße mit einer Baustelle rechnen. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) erneuert dort die so genannte Regenwasserbehandlung des Hauptsammlers im Köllerbachtal. Während der Bauzeit, so hat der EVS mitgeteilt, bleibt die Straße zwar in Richtung Stadion befahrbar. Aber in der Gegenrichtung - stadteinwärts, zum Rathaus hin - muss die Fahrspur komplett gesperrt werden. Die Umleitung verläuft über die Danziger Straße und die Schubertstraße, sie wird ausgeschildert.

Was dort geschieht? Dem EVS geht es um die "Optimierung des Kanals", der zur Abwasseranlage Völklingen gehört. Die Bauarbeiter legen im Bereich des Regenüberlaufs in der Stadionstraße los. Und zwar sehr bald, die nötigen Abstimmungen und Vorbereitungen laufen nach Auskunft von EVS-Sprecherin Marianne Lehmann auf Hochtouren. Der EVS erstellt hier einen Drosselschacht und einen Anschlussschacht, außerdem den dazwischenliegenden 55 Meter langen Verbindungskanal. Rund 355 000 Euro werden die Arbeiten kosten.

Wenn dort alles fertig ist, soll der zweite Bauabschnitt beginnen: Ab Spätsommer baut der EVS in der Stadionstraße ein Regenüberlaufbecken. Es wird seinen Platz neben dem Stadtwerke-Gebäude finden, Richtung Grünanlage. Sechs Bäume und Ziersträucher, die bisher dort wuchsen, sind bereits gerodet worden, damit das Baufeld pünktlich frei ist - Gehölze roden darf man nach dem Naturgesetz und der Völklinger Baumschutzverordnung nur in der Zeit zwischen dem 1. Oktober und dem 29. Februar.

Erforderlich sind diese Bauarbeiten, um den Wasserabfluss auch bei Starkregen unter Kontrolle zu halten. Kläranlagen , erläutert der Entsorgungsverband Saar, können nämlich nur eine bestimmte Menge an Schmutzwasser und Regenwasser bewältigen. Aber bei Starkregen kommen mitunter Wassermengen vom Himmel, die bis zum Tausendfachen des Schmutzwasserabflusses ausmachen - das schafft die Kläranlage nicht mehr, dann muss man den Zufluss begrenzen. Dazu dient zunächst der Regenüberlauf. Er leitet ein Vielfaches der alltäglichen Mischwassermenge Richtung Kläranlage weiter. Damit entlastet er den normalen Kanal. Der könnte sonst überlaufen und, ökologisch problematisch, Schmutzwasser ins nächste Gewässer fließen lassen. Fällt Stark regen, wird das Schmutzwasser extrem stark verdünnt; in diesem Fall ist es nach EVS-Einschätzung "absolut unkritisch", die Mischung aus Schmutz- und Regenwasser in ein Gewässer einzuleiten.
Große Speichermenge

Kurz vor der Kläranlage wird es dann aber richtig eng, spätestens dort muss man den Wasserzufluss noch einmal extra drosseln. Das geschieht durch ein Regenüberlaufbecken. Es speichert große Wassermengen. Und wenn der Starkregen vorbei ist, kann man vom Überlaufbecken mit Hilfe einer Abflusssteuerung genau so viel Regenwasser über den Hauptsammler Richtung Kläranlage schicken, dass die ihren Reinigungs-Job weiter erledigen kann.

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