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Es wird ernst mit Casino und Röchlingbank

Es wird ernst mit Casino und Röchlingbank

Im Gespräch war es schon länger, nun sollen Taten folgen: Die Stadt Völklingen will zwei Leerstände in der Rathausstraße kaufen, Teile der Verwaltung dort unterbringen und den maroden Rathausturm abreißen.

Still, hinter den Kulissen, ist die Vorentscheidung gefallen - bis die SPD-Fraktion im Völklinger Stadtrat sie am Freitag öffentlich machte: Der Ausschuss Innenstadtentwicklung des Rates hat einstimmig dafür votiert, dass die Stadt die ehemalige Röchling-Bank und das frühere Saarstahl-Casino erwirbt. Am Donnerstag, 17. März, steht die Kaufentscheidung auf der Rats-Tagesordnung - nichtöffentlich, unter der Überschrift "Grundstücksangelegenheiten" versteckt.

Ziel: Innenstadt-Belebung



Damit, teilt die SPD-Fraktion weiter mit, sei die Grundlage dafür gelegt, dass ein großer Teil der Stadtverwaltung in die Rathausstraße umziehen und der Turm des Neuen Rathauses abgerissen werden könne. Wie berichtet, wäre dies nach einem Gutachten der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) deutlich günstiger als eine Sanierung des maroden Turms. Sofort nach Bekanntwerden der LEG-Ergebnisse im Januar hatte sich die SPD energisch für diese Variante ausgesprochen, ebenso CDU und Grüne. Die gemeinsame Hoffnung: Verlege man Teile der Verwaltung in die Rathausstraße, trage man zur Wiederbelebung der Innenstadt bei. Der Casino-Bank-Zwillingsbau in der Rathausstraße steht seit Jahren leer; der Bank-Teil gehört nach wie vor Saarstahl, der Casino-Teil einer Firma der Ostermann-Gruppe.

Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) bestätigte das Ausschuss-Votum auf SZ-Anfrage. Er habe darum gebeten, um konkret über den Ankauf verhandeln zu können. Er sei nun auch ermächtigt, den Teilumzug der Verwaltung vorzubereiten - wiederum mit einem Auftrag an die LEG: Die prüfe nun detailliert, ob die Bauten in der Rathausstraße ausreichen für die jetzt im Turm untergebrachten Verwaltungs-Mitarbeiter und ein Bürgerbüro.

Kommunalaufsicht stimmt zu



Am Donnerstag, sagte Lorig, stehe im Rat die definitive Kauf-Entscheidung an: "Die Verträge liegen vor." Mit Saarstahl wie auch mit Ostermann seien "Gutachterpreise" vereinbart - die Bauten liegen im Sanierungsgebiet, dort ist bei Immobilienverkäufen die Wert-Ermittlung eines unabhängigen Expertengremiums verbindlich. Einen kleinen Aufschlag gebe es bei Saarstahl für Haus-Investitionen, "aber nicht viel". Insgesamt zahle die Stadt rund 370 000 Euro plus Nebenkosten. Die Kommunalaufsicht habe für den Erwerb schon grünes Licht gegeben. Und signalisiert, sie werde auch dem Rathaus-Teilumzug zustimmen - Voraussetzung: der Nachweis, dass er tatsächlich die wirtschaftlichste Lösung sei.

Beim Zeitplan ist Lorig vorsichtig. Sanierung in der Rathausstraße, Verwaltungsumzug und Abriss des Rathausturms seien "frühestens 2020 vollzogen", schätzt er.

Der Ausschuss, berichten die SPD und Lorig, hat sich außerdem einmütig dafür ausgesprochen, den rückwärtigen Teil des Ex-Postgebäudes am Otto-Hemmer-Platz zu verkaufen. Und zwar ans Innenministerium. Dann nämlich könne die Völklinger Polizei ihre - viel zu enge - Inspektion in der Cloosstraße, die direkt daran angrenzt, erweitern um Büros, Parkplätze und eine zusätzliche Ausfahrt zur Moltkestraße.