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Erzieherin nimmt begeisterte Zuhörer mit auf Musicalreise

Lauterbach. Mit ihrer Leidenschaft für Musik steht Erzieherin Kira Dreistadt nicht alleine da. Im Lauterbacher Vereinshaus trat die Gesangschülerin, die schon eine eigene CD einspielte, gleich mit ihrer ganzen Familie vor 120 Zuhörern auf. Walter Faas

Zwölf Musicals live zu erleben, kostet Zeit, Geld, Energie. Normalerweise. Nicht so in Lauterbach : Hier präsentierte Kira Dreistadt am vergangenen Freitag Ohrwürmer im Minutentakt. Heimspiel für Familie Dreistadt, tolle Eigenwerbung für die Musikschule von Sue Lehmann, funkelnder Regenbogen bekannter Melodien, nostalgischer Konzertraum, 120 Zuhörer, eine strahlende Solistin, um nicht zu sagen Diva - ein Fest für die Sinne.



"Mit den ersten drei Stücken gewinnst du dein Publikum, oder nicht", sagt man. Eine Bühnenweisheit, die Kira, im Normalfall Erzieherin, als Vorzeigeschülerin der Eiweiler Gesangsschule "Faszination Singen" wohl kennt. Ohne großartige Kostüme, der Kraft ihrer Stimme vertrauend, beginnt die junge Frau mit dem Musical "Rocky". Spätestens beim dritten Titel "Eye of the Tiger" gibt's Bravorufe - dieser "Tiger" hat schon in Boxfilmen und bei diversen Sportauftritten gut funktioniert. Von der harten Faust wechselt Kira ins feine rote Kostüm und also ins Gefühlsfach, mit Höhepunkten aus den Musicals "Rudolph", "Die Schöne und das Biest", "Les Misérables". Mit ins Boot nimmt sie Papa Ralf Dreistadt, als Duettpartner, der mit warm ansprechenden Bariton überzeugt. Im Hintergrund hält die Chefin der Gesangsschule den künstlerischen Faden des Konzertes fest in der Hand - Regieanweisung per Handzeichen, als Backgroundsängerin mit weiteren Schülerinnen (Anke König, Annette Edelmann), als Co-Solistin. Vom Schmusesong über sinnliche Balladen bis zum Bombastrock der Marke "Queen" funktioniert der Abend blendend - euphorisches Lob des Publikums!

Wieder einmal erweist sich das katholische Vereinshaus Lauterbach trotz seines auf den ersten Blick altbacken wirkenden Charmes als Glücksfall für Kulturveranstaltungen. Ganze Familien nehmen teil. Das gilt vor allem für die Dreistadts selbst. Papa singt mit, Mama wirbelt im Hintergrund als Mädchen für alles, ja selbst die fünfjährige Nichte Annelie Dreistadt schwenkt couragiert die Trikolore auf der Bühne und beendet das Quintett "Morgen schon" aus "Les Misérables" mit einem temperamentvollen "Vive la France!"

Kira Dreistadt selbst singt ab ihrem zehnten Lebensjahr im Chor, studiert seit zwei Jahren bei Sue Lehmann, hat bereits eine CD, ebenfalls mit Musical-Highlights, veröffentlicht, und schafft scheinbar mühelos den Spagat zwischen dezent und einfühlsam zu singenden Liebesliedern und kraftvollem Rock. À la bonheur!

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