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Kolumne
Klänge aus der Kindheit

Manche Geräusche sind für immer verloren. Sie leben nur noch in der Erinnerung. Etwa das Rauschen im Fernsehen nach Sendeschluss. Oder der Ton, den die Wählscheibe des Telefons beim Zurücksurren machte. Von Thomas Annen

Dasselbe gilt für bestimmte Gerüche. Erinnern Sie sich noch, wie der Pulli früher nach dem Besuch einer verqualmten Kneipe stank?


Andere Gerüche und Geräusche existieren weiter, man begegnet ihnen aber nur noch selten. Kürzlich habe ich zuhause beim Lesen plötzlich die Ohren gespitzt. Platsch! Platsch! Platsch! Das Geräusch von der Straße kommt mir bekannt vor, lässt sich aber nicht sofort zuordnen. Beim Blick durchs Fenster wird klar: Einige Jungs sind auf dem Weg zum Bolzplatz. Immer wieder tippen sie den Lederball beim Gehen auf den Boden. Platsch! Platsch! Das Alltaggeräusch von früher hört man fast nicht mehr. Nur noch selten verabredet sich der Nachwuchs spontan zum Fußball spielen.

Beim Beobachten der Kids erinnere ich mich schmunzelnd an ein anderes Geräusch aus der Kindheit. Meine Eltern und die Nachbarn vermissen es ganz sicher nicht: Das donnernde Scheppern des Garagentors, wenn ich beim Kicken gegen die Hauswand mal wieder daneben geschossen hatte.



Thomas Annen