Erik Roskothen spielt Freifunk-Pionier

Erik Roskothen spielt Freifunk-Pionier

Während andere noch von frei zugänglichem Internet in Völklingen reden, fangen Leute wie Erik Roskothen bereits mit Freifunk an.

Ratlos mit dem Smartphone am Völklinger Kolpingplatz? Das muss nicht mehr sein, findet Erik Roskothen. Roskothen arbeitet als Programmierer bei einer bekannten Firma und ist Pressesprecher der SPD-Stadtratsfraktion. Die hat ihre Fraktionsräume im ersten Stock des Gebäudes neben dem Alten Rathaus - direkt über dem Pflegestützpunkt. Auf der Fensterbank vorne hin zur Rathausstraße und ebenso auf der zum Kolpingplatz hin hat Erik Roskothen kleine Antennen angebracht. Und über die und über die Initiative Freifunk Saar (siehe "Hintergrund") können Passanten bereits gratis am WLAN-Anschluss der SPD-Ratsfraktion teilhaben.

Antennenmasten mit großer Reichweite waren nicht drin, denn an dem städtischen Gebäude durfte Roskothen nicht einmal eine Kabeldurchführung bohren. Ein Flachkabel wurde durch den Fensterrahmen geführt, die Antennen mit Klemmzwingen befestigt. Die Verbindung reicht nur in etwa bis zum Brunnen am Kolpingplatz und bis zu dem Buswartehäuschen in der Rathausstraße. Dennoch nutzen in Spitzenzeiten zehn bis zwölf Personen gleichzeitig die Chance dieses kostenlosen Internet-Zugangs.

Auf einem gängigen Smartphone findet man ihn vor Ort folgendermaßen: Menü "Einstellungen", dann "WLAN". Automatisch sollte dann der Zugang "saar.freifunk.net" erscheinen. Von dort geht's weiter ins Internet. Roskothen warnt allerdings vor zu großen Erwartungen: "Natürlich ist eine Verbindung immer nur so gut wie die Internetanbindung dahinter. In den Fraktionsräumen erreicht unser Anschluss leider nicht mehr als 6MBit/s."

Damit sind auch die Stadtratsfraktionen noch weit vom schnellen Internet entfernt, das Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) im vergangenen November den Völklingern versprochen hat: Endziel sei ein Glasfaseranschluss in jedem Haushalt. Und es würden alle Vorbereitungen getroffen zum Ausbau der digitalen Infrastruktur mit Bandbreiten "bis zu 100 Megabit", sagte Lorig.

Und noch eine Ankündigung der Stadtverwaltung, die bisher Zukunftsmusik blieb: An zentralen Orten in der Völklinger Innenstadt sollte schon ab Januar ein öffentliches WLAN-Netz entstehen. Als erstes sei ein Zugang im Bürgerbüro geplant. Anschließend sollten der Rathaus-Platz und der Otto-Hemmer-Platz versorgt werden. Dann komme der Bereich rund ums Alte Rathaus an die Reihe, anschließend der Pfarrgarten und die City-Promenade, hieß es. Bereit im Januar 2016 hatte der Stadtratsausschusses für Wirtschaft und Kultur einstimmig Ja zu diesem Projekt gesagt.

Roskothen plädiert dafür, gleichzeitig die Freifunk-Initiative zu pflegen. Der SPD-Politiker nennt bereit vorhandene Beispiele. Er persönlich betreibe insgesamt zehn Knoten, so zwei bei sich zu Hause in Lauterbach, fünf in der gegenüberliegenden Lauterbachhalle und einen in der Apotheke seiner Frau in der Lauterbacher Hauptstraße. Alle würden regelmäßig genutzt. Die Awo-Jugend betreibe in ihrer Anlage in Ludweiler ein größeres Freifunknetz. Das Orthopädiefachgeschäft Kappel in der Innenstadt biete den Dienst an. Drei bis sechs weitere private Knoten in Völklingen seien mehr oder weniger regelmäßig online zu finden.

Und bereits mit einem günstigen Router ("ab zirka 15 Euro") und etwa zehn Minuten Konfigurationszeit könne man seinen Internetanschluss mit anderen teilen, so Roskothen.

Im Internet: saar.freifunk.net

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Wirbt für öffentliches WLAN und Freifunk: Erik Roskothen. Foto: SPD. Foto: SPD

So kommt man zu offenem WLAN Freifunk Saar ist ein öffentliches, überparteiliches, von Bürgern organisiertes, freies WLAN, das sowohl Internet als auch eigene Dienste anbietet. Das Ziel ist es, eine flächendeckende Abdeckung innerhalb des Saarlands zu erreichen, so dass überall für jeden, der es nutzen möchte, freies WLAN zur Verfügung steht. Hinter Freifunk steht nach Angaben von Erik Roskothen, Pressesprecher der Völklinger SPD-Stadtratsfraktion, der Verein "Technikkultur Saar e.V." mit derzeit 500 Knoten landesweit.