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Badminton
Erfolgreiche Rückkehr zu den Wurzeln

Elvira Richter (links) erspielte sich bei ihrem Heimspiel in Völklingen zwei Titel und eine Silbermedaille.
Elvira Richter (links) erspielte sich bei ihrem Heimspiel in Völklingen zwei Titel und eine Silbermedaille. FOTO: Thomas Wieck
Völklingen. Bei den deutschen Senioren-Meisterschaften im Badminton gingen 532 Teilnehmer ans Netz. Eine der erfolgreichsten Starterinnen war Elvira Richter. Die Weltmeisterin holte die Titel im Einzel und Doppel und belegte im Mixed Rang zwei. Von Lucas Jost

532 Teilnehmer. Drei Spieltage. Elf Spielfelder. Die Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen mutierte von Freitag bis Sonntag zum Badminton-Mekka. Dort wurden in neun Altersklassen die deutschen Senioren-Meisterschaften ausgetragen. Und eine der erfolgreichsten Starterinnen war eine Saarländerin: Elvira Richter aus Völklingen, die für den TV Bous startet, räumte zwei Titel und einen zweiten Platz ab.


„Ich habe hier 1979 angefangen, Badminton zu spielen. Die beiden Titel bedeuten mir sehr, sehr viel“, schwärmt Richter. Sie erklärt, warum ihr mit den Erfolgen ein Stein vom Herzen gefallen sei: „Es ist ein wahnsinniger Druck vorhanden. Die Leute erwarten das fast von einem.“ Der Druck war groß, weil Richter als Weltmeisterin der Klasse O 70 in Völklingen antrat. Entsprechend hoch seien die Erwartungen gewesen. Sie hielt dem stand und sicherte sich neben dem Einzel-Titel mit Renate Gabriel vom Bremer BC auch den im Doppel. Und Richter konnte sich mit Dieter Behrendt vom ESV Lok Erfurt über die Vize-Meisterschaft im Mixed freuen.

„Man muss den TV Völklingen und die DLRG Völklingen loben, die haben das super organisiert. Es hat alles geklappt, das sieht man nicht überall so“, zollte Richter den Veranstalter Respekt. Dem schloss sich Dieter Fuhrmann vom TV Homburg an: „Ich spiele seit mehr als 50 Jahren Badminton. Die südwestdeutschen und die deutschen Meisterschaften sind immer wieder ein Höhepunkt. Und hier ist alles perfekt gelaufen.“ Auch wenn es nicht zu einem Titelgewinn in der Klasse O 60 reichte – eine Zusammenkunft dieser Art sei einmalig, sagte Fuhrmann: „Man trifft immer wieder Leute, die man lange nicht gesehen hat und die man sonst aus den Augen verlieren würde. Klar, man versucht seine Spiele zu gewinnen. Aber wenn das nicht gelingt, freut man sich trotzdem. Man sitzt, man trinkt, man isst zusammen.“

Für Monika Peiffer verliefen die deutschen Meisterschaften zwar nicht optimal. Getrübt war ihre Laune aber nicht. Die Spielerin vom TuS Wiebelskirchen hatte Knieprobleme. Sie nahm deshalb nur an der Mixed-Konkurrenz in der Klasse O 60 teil. Das Knie hat zwar gehalten. Gegen das an Nummer zwei gesetzte Paar Ulrich Handschuhmacher (TV Witzhelden) und Birgit Holtmann (SC Bad Oeynhausen) war aber schon in Runde zwei Schluss. „Wir hatten in der ersten Runde ein Freilos. Ein Spiel vornedran ist immer besser. Außerdem ist Hans-Dieter Nieth von der SG Kelkheim nicht mein obligatorischer Partner. Da hat ein wenig die Abstimmung fehlt“, resümierte Peiffer und lachte.

Feiern konnte der TuS Wiebelskirchen dennoch: Ronald Huber wurde Vize-Meister in der Altersklasse O 35. Und Sigrid Bleymehl-Schley holte Bronze im Doppel mit Angelika Lang vom BC Mühlhausen in der O 55. Genau wie Alfred Rumpler vom SSV Heiligenwald, der im Herren-Doppel der ältesten Spielklasse O 75 mit Hans Hartmann (Tuwi Adenau) Platz zwei erreichte.



In der gleichen Klasse ging Hilde Kurtz an den Start. Die Spielerin vom TV Überherrn belegte mit Monika Krück vom BV Friedrichsdorf im Doppel Platz drei – genau wie im gemischten Doppel. Dort waren die Voraussetzungen alles andere als optimal. Mit Renate Gabriel und Hans Schumacher vom Bremer BC trafen sie im Halbfinale auf die späteren Turniersieger. „Ich habe mit meinem Partner Walter Kapferer von der SG Meerane aus Sachsen noch nie gespielt. Ich habe ihn gar nicht gekannt“, erzählt Kurtz. Der Kontakt kam telefonisch über die Landesverbände zustande.