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Erdwärme kühlt die Operationssäle

Erdwärme kühlt die Operationssäle

Völklingen. "Geothermie" und "optimierte Prozessteuerung", übersetzt: die Nutzung von Erdwärme sowie die Herstellung bestmöglicher Voraussetzungen für ebenso patientendienliche wie wirtschaftliche Betriebsabläufe - das sind die Leitworte, die zurzeit die Planer des zukünftigen Operationstrakt-Neubaus an den SHG-Kliniken Völklingen beschäftigen

Völklingen. "Geothermie" und "optimierte Prozessteuerung", übersetzt: die Nutzung von Erdwärme sowie die Herstellung bestmöglicher Voraussetzungen für ebenso patientendienliche wie wirtschaftliche Betriebsabläufe - das sind die Leitworte, die zurzeit die Planer des zukünftigen Operationstrakt-Neubaus an den SHG-Kliniken Völklingen beschäftigen. Für Verwaltungsdirektorin Gabriele Haser (Foto: ba) sind das "zwei Kernpunkte, auf die es uns neben unserem Angebot medizinischer Spitzenleistungen besonders ankommt". Auch energie- und umwelttechnisch, wie zuletzt mit der Inbetriebnahme eines eigenen Blockheizkraftwerks, sowie in der Qualität ihrer Organisationsabläufe wollen die Völklinger Kliniken laut Haser weiter nach vorne. Gelegenheit dazu bietet eine neue OP-Abteilung mit fünf Operationssälen, die an den Kliniken im nächsten Jahr entstehen wird. Hierzu wird ein Neubau errichtet, der erst nach Fertigstellung und der vollen Funktionstüchtigkeit der neuen OPs mit den bestehenden Gebäuden verbunden wird. Zugleich wird die Kardiologie erweitert. Insgesamt rund 13 Millionen Euro, so Gabriele Haser, werden in die Baumaßnahmen investiert."Mittels der Geothermie soll der hohe Kälte-Bedarf der OPs weitgehend abgedeckt werden" erläutert Architekt Siegmar Ahr. Dazu wird die aus dem Boden gewonnene Wärme ähnlich wie in einem Kühlschrank umgewandelt. Die Probebohrungen seien erfolgreich verlaufen, derzeit laufe das Genehmigungsverfahren. Ahr ist optimistisch, dass bald mit der Anlage des Erdsondenfeldes begonnen werden kann. Die Kosten von rund 800 000 Euro sollen sich über die Jahre amortisieren. Ahr: "Die Investition rechnet sich und ist auch ökologisch gesehen ein bedeutender Schritt". Wirtschaftliche Gesichtspunkte spielen bei der "optimierten Prozessteuerung" im zukünftigen Betrieb der neuen OPs eine wichtige Rolle. Alle Räumlichkeiten werden so angeordnet, dass die Operationssäle effizient genutzt werden können. Das Prinzip hier heiße, so Ahr, "bei höchster medizinischer Qualität die Abläufe so ökonomisch wie möglich zu gestalten". Herzstück des von der Arbeitsgemeinschaft Weinand-Plegniere-Ahr / Krauser Architekten geplanten Neubaus sind die fünf neuen OPs. Sie sollen modernstem Standard entsprechen und alle erforderlichen Räume auch für Mitarbeiter und benötigte Materialien haben. OP 1 wird als so genannter "Hybrid-OP" mit spezieller Klimatechnik ausgerüstet und soll einen besonders hohen Hygienestandard erfüllen. Die OP-Säle 2 bis 4 werden gleichartig ausgestattet. Der etwas kleinere OP 5 soll auch für ambulante Operationen genutzt werden können. Die OP-Abteilung wird auch über eine zentrale Einheit für die Patientenvorbereitung und einen neuen Aufwachbereich verfügen. Der Neubau wird mittels Aufzügen und ebenegleichen Wegen mit den Stockwerken des Nachbarbaus (Haus 1) verbunden. Mit dem Neubau soll Anfang 2010 begonnen werden. Vorbereitende Arbeiten starten schon in den nächsten Wochen. Zehn bis zwölf Monate Bauzeit sind veranschlagt. red