Er schwört auf den Elektro-Flitzer

Stadtwerke Völklingen setzen auf Elektroantrieb : Fast lautlos fährt er durch die Stadt

Stadtwerke-Mitarbeiter: Elektroauto ist prima für Stadtverkehr, aber so leise, dass manche Fußgänger es nicht hören.

Leise schnurrt das Elektroauto auf der Fahrt durch Völklingen dahin. Der Motor läuft, doch das merken Fahrer und Beifahrer gar nicht. Es ist nichts zu hören außer den Reifen auf der Straße. Das beeindruckt jeden, der zum ersten Mal in einem Elektroauto sitzt. Für Pirathep Pasupathy, 25, Außendienst-Mitarbeiter der Stadtwerke Völklingen, ist das schon Routine. Und beim Tritt aufs Gaspedal zeigt er, dass sich auch die Beschleunigung des Kleinwagens sehen lassen kann. Er nimmt an diesem Morgen den SZ-Redakteur mit auf seiner Tour durch die Stadt. „Der Wagen ist sehr spritzig“, meint Pasupathy.

Die Batterie hat sich über Nacht voll aufgeladen. 107 Kilometer Reichweite zeigt das Display an. Als er den Eco-Schalter drückt, steigert sich die Reichweite auf 117 Kilometer, bei eingeschalteter Heizung sind es 82 Kilometer. Die Zahl hängt auch davon ab, ob er gerade Schrittgeschwindigkeit fährt oder mit 50 Stundenkilometer unterwegs ist. Die Reichweite macht ihm keine Sorgen: „Ich habe noch nie erlebt, dass es knapp wird“, sagt Pasupathy auf dem Weg durch die Stadtteile Ludweiler und Lauterbach. 60 Kilometer fahre er durchschnittlich am Tag. Dafür reiche der Elektro-Stadtflitzer, sagt der 25-Jährige, der nach eigenen Worten bisher nur gute Erfahrungen gemacht hat. Allerdings hat der große Vorteil des elektronischen Antriebs – das fast lautlose Dahinrollen – auch eine Schattenseite. An Fußgängerüberwegen müsse er höllisch aufpassen. Pasupathy: „Weil das Auto so leise ist, hören die Fußgänger es  oft nicht.“ Besonders schlimm sei es, wenn Schüler noch Kopfhörer aufhaben. „Ich muss sehr vorsichtig sein. Toi toi toi, noch ist nichts passiert.“ Nur einmal habe er wegen eines Hundes eine Vollbremsung machen müssen. An diesem Morgen läuft alles glatt.

Seit Januar 2018 arbeitet Pasupathy bei den Stadtwerken. Er ist dafür zuständig, zum Beispiel die Zähler bei Umzügen abzulesen oder bei Kunden vorbeizuschauen, die ihre Rechnung nicht zahlen. Wir fahren rechts ran und parken, er klingelt an einer Haustür wegen einer Zählerablesung. Dann geht es weiter. Auf der Rückfahrt in Richtung Innenstadt sagt er: „Für den Stadtverkehr ist so ein Auto ideal.“ Mittlerweile könnten Bürger ihr Elektroauto über Nacht auch an der Steckdose in der Garage aufladen. Bei Schnell-Ladegeräten wie an der Stadtwerke-Zentrale in Völklingen würde die komplette Ladung sogar nur drei Stunden dauern. Zu oft die Batterie aufzuladen, könne einem Auto aber auch schaden. So müsse er den Smart an Wochenenden nicht immer aufladen, denn freitags arbeitet Pasupathy nur bis zwölf Uhr und legt nicht so viele Kilometer zurück. Wann eine Batterie aufzuladen ist, sagt ihm auch die Fahrzeugelektronik mit dem Hinweis: „Bitte zur nächsten Ladestation.“

Am Weltkulturerbe fahren wir vorbei, und schon stehen wir wieder vor der SZ-Redaktion. Pasupathy verabschiedet sich freundlich. Dann setzt er seine Tour fort und rauscht sehr leise mit dem Stadtflitzer davon.

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