Entsetzen „made in America“?

Seit seiner Vereidigung zum 45. US-Präsidenten spricht die ganze Welt von Donald Trump. Selbst unsere Region ist zur Bühne für politische Fachsimpelei geworden, wie SZ-Mitarbeiter Brian-Timmy Erbe festgestellt hat.

Meinung:

Entsetzen "made in America"?

Wer jeden Tag wie ich nach Saarbrücken fährt, liebt die Stille am frühen Morgen. Auch mein Geist frönt gerne noch dem Halbschlaf, während mein Körper zur Universität befördert wird. In der letzten Zeit kommt es jedoch vermehrt zur Störung der morgendlichen Ruhe. Schuld daran ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Eigentlich würde man ja denken, dass ein Staatsoberhaupt Großartiges geleistet haben müsste, um selbst jenseits des atlantischen Ozeans noch in aller Munde zu sein. Den Bürgern Saarbrückens scheint Donald Trump jedoch eher berüchtigt als berühmt zu sein. Fragen wie "warum nur?" oder "wer hat den bloß gewählt?" beherrschen noch immer die Köpfe derer, denen ich in der Innenstadt und auf dem Universitätscampus begegne. Trotz aller Versuche, aus der Situation noch ein paar Lacher herauszuschlagen, scheint das saarländische Gemüt den neuen Präsidenten fast einstimmig als Mischung zwischen Naturkatastrophe und internationaler Tragödie aufzufassen. Schlimm genug, über Tage und Wochen die morgendliche Stille in Bus oder Bahn empfindlich zu stören. Trump hält wach. Und ab und zu ist ganz zaghaft die Hoffnung zu vernehmen, dass Herr Präsident Trump am 1. April gutgelaunt seinen Rücktritt twittern wird.