Entschlossen gegen Einbrecher

Ein Volltreffer gegen organsierte Einbrecher gelang nicht, aber das war auch nicht zu erwarten gewesen. Die Polizei wollte am Mittwoch mit einem Großeinsatz vor allem Präsenz zeigen und weiteres Wissen sammeln.

. Kaum war es dunkel geworden am Mittwocha bend in Großrosseln , rückte die Polizei mit zig zivilen und gestreiften Fahrzeugen sowie zwei Dutzend Mann an - und machte mächtig Licht in der Bahnhofstraße. Unweit der Grenze zu Kleinrosseln richtete die Landespolizeidirektion zum Feierabendverkehr eine Kontrollstelle ein. Und damit jeder rasch sah, mit wem und mit was er es zu tun hatte, sorgte ein Techniktrupp der Polizei mit Strahlern für ein Flutlicht, wie man es von Sportanlagen kennt.

Die Kontrolle unter Einsatzleitung von Patrick Weiland galt in erster Linie nicht Tempo- und sonstigen Verkehrsverstößen, sondern der Einbruchskriminalität. Sie ist zuletzt in der Region, wie nahezu überall in Deutschland, deutlich angestiegen. Die Beamtinnen und Beamten winkten Fahrzeugtypen und Modelle heraus, mit denen erfahrungsgemäß häufig Diebesbeute transportiert wird oder die im Zusammenhang mit Einbruchserien öfter in den betroffenen Wohngebieten gesehen werden: Kasten- und Firmenwagen, die nicht mehr den frischesten Eindruck machen, ältere Limousinen und Kombis mit großen Kofferräumen und Ladeflächen, Autos mit deutschen Kurzzeit- oder Ausführkennzeichen für das Ausland und Personen- und Transportfahrzeuge mit Kennzeichen fremder Länder: Frankreich, Belgien, osteuropäische Länder. Wie Polizeisprecher Georg Himbert erläuterte, wurden zuletzt auch Einbrecher mit spanischen Nummernschildern identifiziert.

Schon zu Beginn der Großkontrolle, die später am Abend an den Geislauterner Rotweg verlegt wurde und bis 22.30 Uhr dauerte, dämpfte Himbert mögliche Erwartungen an einen Volltreffer: "Wir werden heute wohl keinen Lastwagen mit Diebesgut aufgreifen" - es gehe darum, die Täter durch Präsenz und Entschlossenheit zu verunsichern sowie das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu steigern. Außerdem sollte die Auswertung der kontrollierten Fahrzeuge und Personen im Abgleich mit den bereits vorhandenen Erkenntnissen über Einbrecher und Tatorte "neues Wissen bringen, das uns sicher weiterhilft".

Tags darauf war dieses mögliche neue Wissen noch nicht gesichtet und eingeordnet. Was Himbert als Bilanz aber mitteilen konnte, war dies: An insgesamt zwölf Kontrollstellen der Polizei in den Großräumen Warndt, Völklingen , Schwalbach, Ensdorf, Bous, Überherrn und Wadgassen wurden von hundert Einsatzkräften 1056 Fahrzeuge und 350 Personen überprüft. Eine war betrunken und musste den Führerschein abgeben, eine war angetrunken, eine weitere wurde wegen Renitenz in Gewahrsam genommen. Ein Schlagstock wurde sichergestellt. Es gab darüber hinaus einige Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Mängeln an den Autos. "Wir waren zufrieden", lautete Himberts Bilanz für die letzte Großkontrolle der saarländischen Polizei in diesem Jahr.

Zum Thema:

Hintergrund2155 Einbrüche gab es im Saarland bis vorgestern in diesem Jahr. 2013 waren es 1965 gewesen. Im Bereich der Polizei Völklingen waren im November 27 Einbrüche erfasst worden, davon 13 in Völklingen . Im Oktober waren es insgesamt elf gewesen, davon einer in Völklingen . In diesen Zahlen sind auch die Einbruchsversuche enthalten. Mittlerweile werden nach Polizeiangaben etwa 40 Prozent aller Taten nicht zu Ende geführt, meist weil die Täter an massiven Fenstern und Türen scheitern oder weil sie sich beobachtet fühlen. Wie man sich schützt: www.polizei-beratung.de . wp