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Entscheidung über Müllgebühren in Völklingen wird auf Januar vertagt

Entsorgungszweckverband : Erhöhung der Müllgebühren in Völklingen vertagt

Einem Plus von 4,5 Prozent ab nächstem Jahr wollte die Verbandsversammlung nicht zustimmen.

Damit hatte Stefan Lang, der Geschäftsführer des Entsorgungszweckverbandes Völklingen (EZV), offensichtlich nicht gerechnet: Vor allem die Vertreter der Stadtratsfraktionen von Wir Bürger und SPD wollten in der Verbandsversammlung der Gebührenerhöhung um 4,5 Prozent ab 1. Januar nicht zustimmen. Auch die CDU äußerte Bedenken. Die Fraktionen argumentierten unter anderem, es seien doch noch Gewinne aus den Vorjahren übrig. Warum sollte also jetzt eine Erhöhung nötig sein. Lang hatte zuvor einen Betrag von rund 1,2 Millionen Euro genannt. Diese Gewinnvorträge reichten aber nicht aus, um die voraussichtlichen Verluste in den kommenden drei Jahren auszugleichen. Er rechnete vor, dass die Gebühr bei 14 Leerungen einer 120-Liter-Tonne im Jahr um 6,76 Euro steige. Das seien nur rund 56 Cent pro Monat. Blieben die Gebühren unverändert, dann seien die Gewinnvorträge 2023 nicht nur aufgebraucht, sondern überschritten – dann drohe eine saftige Gebührenerhöhung von 15 bis 20 Prozent ab 2024, sagte Lang. Sein Geschäftsführer-Kollege Klaus Faßbender wies auf die gestiegenen Kosten hin: „Die Erlöse beim Altpapier sind im Vergleich zu den Jahren 2017 und 2018 um 70 Prozent gesunken.“ Die SZ hatte berichtet, dass China kaum noch Altpapier aus Europa annimmt. Beim Grüngut seien die Kosten um 23 Prozent gestiegen, weil der Entsorgungsverband Saar jetzt den Grünabfall verwertet. Das überzeugte die Vertreter der Fraktionen nicht. Somit kommen die Gebührensatzung sowie der Stellen- und Wirtschaftsplan Ende Januar erneut auf die Tagesordnung der Verbandsversammlung. Lang erklärte, er könne dann aktuellere Zahlen als das bisher hochgerechnete Ergebnis 2020 des EZV liefern.

In Saarbrücken hatte der Stadtrat im Dezember einer Erhöhung der Müllgebühren um rund zehn Prozent zugestimmt.