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Energie aus dem Erdreich für neuen Kliniktrakt

Energie aus dem Erdreich für neuen Kliniktrakt

Völklingen. Auf der Baustelle herrscht reges Treiben. Tiefbauer sind dabei, Bohrungen bis zu einer Tiefe von 130 Metern niederzubringen und darin 36 Erdsonden zu verankern

Völklingen. Auf der Baustelle herrscht reges Treiben. Tiefbauer sind dabei, Bohrungen bis zu einer Tiefe von 130 Metern niederzubringen und darin 36 Erdsonden zu verankern. Über die so genannten Energiepfähle und insgesamt knapp fünf Kilometer lange Schlauchverbindungen für das Kreislaufsystem der Wärmepumpe wird das Erdreich als umweltfreundliche Energiequelle für den nachfolgenden Neubau erschlossen. "Dabei dient das Erdreich als Wärmespeicher, der wie ein Akku im Winter entladen und im Sommer geladen wird", sagt Gerhard Braun von der Firma ITG Ingenieurbüro aus St. Wendel, die für das technische Konzept der Anlage verantwortlich zeichnet. Die Geothermie-Anlage soll zur Wärme- und Kältversorgung des zukünftigen Kliniktrakts für die OP-Abteilung und die Erweiterung der Kardiologie entstehen und ist mit 800 000 Euro veranschlagt.Schon heute seien erdgekoppelte Wärmepumpen wirtschaftlicher als herkömmliche Systeme mit fossilen Brennstoffen, sagt Gerhard Braun. Und weiter, "sobald ein Gebäude wie in diesem Fall Wärme und Kälte zugleich benötigt, ist diese Technik in der Wirtschaftlichkeit wie auch in der Schadstoffreduzierung unschlagbar". Verwaltungsdirektorin Gabriele Haser rechnet damit, dass die Investition sich binnen sechs Jahren amortisiert hat. "Wir haben uns aber auch aus Gründen des Umweltschutzes für die Geothermie entschieden", betont Haser, "das hier ist eine ökologisch nachhaltige Lösung." Außerdem werde der anstehende Neubau um einiges umfangreicher als zunächst geplant. Hinzu kommen Funktionsbereiche für die Kardiologie und die Endoskopie sowie zwei Stationen, darunter eine Intensiv-Station für die Innere Medizin. Dies sei auch aufgrund der zusätzlichen Planbetten erforderlich, die mit der Übernahme des St. Michael-Krankenhauses in die SHG-Kliniken hinübergewechselt sind. Das Investitionsvolumen erhöht sich damit auf 18 Millionen Euro. Die Gesamtmaßnahme wird durch das Land gefördert. Architekt Siegmar Ahr von der Arbeitsgemeinschaft Ahr/Krauser Architekten geht davon aus, dass die Grundsteinlegung für das neue Gebäude im Juni erfolgen kann. Die vorbereitenden Arbeiten, wie die Umlegung der Ver- und Entsorgungsleitungen und das Herrichten des Baufeldes, sind abgeschlossen. red

Auf einen BlickDie SHG-Kliniken können mit der neuen Anlage den Energiebedarf von 50 Einfamilienhäusern abdecken. Schätzungsweise 190 Tonnen CO² pro Jahr werden außerdem eingespart. Neben der oberflächennahen Geothermie zur direkten Nutzung wie zum Heizen und Kühlen, meist als Wärmepumpenheizung, sprechen Experten von der tiefen Geothermie zur direkten Nutzung im Wärmemarkt oder indirekt zur Stromerzeugung. red