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Loblied auf das Ehrenamt
Endspurt im Alten Bürgermeisteramt

Christiane Blatt vor der Wendalinus­ka­pelle.
Christiane Blatt vor der Wendalinus­ka­pelle. FOTO: Andreas Lang / Picasa
Ludweiler. Besonders stolz ist Christiane Blatt auf die Rettung der Wendalinus-Kapelle in Ludweiler. Bevor die SPD-Politikerin am 1. Juni auf den Chefsessel im Völklinger Rathaus wechselt, will sie noch das Problem Rosseler Straße regeln.

Während sich Christiane Blatt bereits ins neue Amt als Oberbürgermeisterin einarbeitet, ist der Stabwechsel im Alten Bürgermeisteramt zu Ludweiler noch nicht  terminiert. Anders als bei ihrem Landtagsmandat, wo die Landesliste die Nachfolge regelt, ist noch nicht klar, wer sie als Ortsvorsteherin beerbt. Jedenfalls lauten so die offiziellen Verlautbarungen der Sozialdemokraten, die sich bei der nächsten Wahl einer Mehrheit sicher sein können. Nur fünf der 13 Ortsratsmitglieder gehören nicht der SPD an. Seit vielen Jahren stellen die Sozialdemokraten in Ludweiler den Ortsvorsteher. Blatt selbst zitiert nur neutral und unkommentiert das Kommunale Selbstverwaltungsgesetz: „Der Ortsrat muss den Nachfolger aus seiner Mitte bestimmen.“


Zwischenzeitlich sorgen wenigstens die Karnevalisten für ein Zwischenspiel. Die Beele‘s-Tollitäten Prinz Marc und Prinzessin Isabel Weidenhof werden Blatt am Fastnachtsfreitag aus dem Amt jagen und in Ketten durch den Ort führen, um selbst für ein paar närrische Tage zu regieren.

Zurück zur Noch-Ortsvorsteherin, die sich über großes ehrenamtliches Engagement im Ortsteil freut. „Wer hätte vor anderthalb Jahren gedacht, dass sich die Situation um unsere Wendalinuskapelle so positiv entwickelt?“ Damals, als Dutzende deprimiert, an der Zukunft des Sakralbaus zweifelnd, den Abriss fürchteten. Die vom Ortsrat um Blatt initiierte Gründung eines Patenvereins brachte die Wende zum Guten. „Zuletzt haben wir die Fertigstellung des  Kapellen-Inneren gefeiert“, so Blatt. Stolze 120 000 Euro habe der Verein gesammelt, „toll, wie die Bevölkerung dahintersteht“. Demnächst wird noch ein Turm aufgesetzt. Nach historischem Vorbild, wie Blatt betont: „Das gibt uns der Denkmalschutz so vor.“ Die Worte  „wir“ und „uns“ in diesen Sätzen sind übrigens berechtigt, geht sie selbst doch als Führungsmitglied des Kapellen-Patenvereins und anderer Vereine beim ehrenamtlichen Engagement voran.



Das Engagement der Bürger stimme: „So ist es in Ludweiler bei vielen Sachen wie beim Dorffest und den Wildpark-Rangern.“ Blatt zieht den Vergleich zur Picobello-Aktion. Ortsvorsteherin und Ortsrat gingen seit Jahren voran und der Ort ziehe  nach. Blatt freut es: „Wir brauchen Ehrenamtliche, die mal Rasen mähen oder Unkraut jäten, die nicht lange fragen, sondern machen, wenn es notwendig ist.“

Zu tun gibt es auch für sie noch so manches. Die Bauarbeiten um die Werbelner Straße sähe sie gerne beendet: „Ich hoffe, im Sommer ist das abgeschlossen.“ Und die Verkehrsberuhigung der Rosseler Straße hätte sie gerne noch geregelt: „So wie es ist, geht es nicht weiter.“