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Aufwertung einer Gedenkstätte
Endlich geht es los am Hugenottenfriedhof in Ludweiler

In Reih und Glied beim ersten Spatenstich am Hugenottenfriedhof in Ludweiler.
In Reih und Glied beim ersten Spatenstich am Hugenottenfriedhof in Ludweiler. FOTO: BeckerBredel
Ludweiler. Erster Spatenstich für die Neugestaltung einer über 400 Jahre alten Stätte. Das Projekt soll rund eine Viertelmillion Euro kosten. Andreas Lang

Am „Tag der Spatenstiche“ hat Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig gut eine Stunde nach dem symbolischen Akt im Zusammenhang mit dem Projekt Schnelles Internet in Völklingen (die SZ berichtete) auch auf dem Hugenottenfriedhof in Ludweiler Hand an das Arbeitsgerät gelegt. „Ein Idealspaten, so ist es auf dem Stiel zu lesen, ob das ein Zeichen ist?“, so Lorig rethorisch fragend.


Das Geld für den Hugenottenfriedhof  im Rahmen der  Förderprojekte der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Warndt-Saargau  im Rahmen des  Förderprogramms für den ländlichen Raum „Leader“ (Abkürzung für „Liaison entre actions de développement de l‘économie rurale“, übersetzt „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raums“) wurde bereits im Februar per Zuwendungsbescheid bewilligt (wir berichteten), jetzt können die Arbeiten zur Umgestaltung des Friedhofs losgehen.

„Im Laufe des Jahres wurden die Evangelische Kirchengemeinde, der Heimatkundliche Verein Warndt und die Bürger einbezogen“, so Lorig in seinem Rückblick über die Geschehnisse der vergangenen Monate. Das Ingenieursbüro IBB Brankowitz hat daraufhin die Ausführungsplanung erarbeitet, ehe die notwendigen Bauarbeiten ausgeschrieben wurden. Zwischen den ursprünglich geplanten und als Grundlage für den ersten Zuwendungsantrag berechneten Kosten einerseits und der als Ergebnis der Ausschreibung ermittelten Bausumme ergaben sich deutliche Mehrkosten. Diese Kostensteigerungen waren unter anderem den Planungsänderungen geschuldet. Daher musste ein erneuter Zuwendungsbescheid auf den Weg gebracht werden, der ebenso positiv beschieden und der Stadt im Oktober zugegangen ist.



Als einziger Hugenottenfriedhof im Saarland blickt der im Stadtteil Ludweiler auf eine mehr als vierhundertjährige Geschichte zurück. Die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Hugenottenkirche prägt das Orstbild des Stadtteils, der früher Ludwigsweiler hieß. Neben dem sakralen Bauwerk stellt der Hugenottenfriedhof eine regionale Besonderheit dar: An keinem anderen Ort lässt sich die französische Herkunft der in Ludweiler ansässigen Familien und einstigen Flüchtlinge, die im 16. Jahrhundert wegen ihres Bekenntnisses zum calvinistischen Glauben ihre Heimat im benachbarten Frankreich verlassen mussten, besser nachzuvollziehen als in den noch vorhandenen historischen Grabsteinen.

Die Leader-Zuschüsse aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes belaufen sich nun auf knapp 165 000 Euro. Davon trägt die EU drei Viertel der Summe, 25 Prozent entfallen auf das Saarland. Die Projektkosten betragen insgesamt 253 555 Euro.