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Elke und Manfred Kiefer kümmern sich um das Lauterbacher Backhaus

Serie Menschen im Regionalverband : Ihr Hobby ist das Lauterbacher Backhaus

Elke und Manfred Kiefer kümmern sich seit einem Dutzend Jahren um die Dorf-Attraktion und ihre Besucher.

Im nächsten Jahr feiern Elke (71) und Manfred (69) Kiefer ein Jubiläum. 2021 sind sie 50 Jahre verheiratet. Nicht nur in den eigenen vier Wänden ist das Paar ein eingespieltes Team. Auch im Lauterbacher Backhaus arbeiten die Rentner Hand in Hand. Elke Kiefer betreut die Besuchergruppen als Backpatin. Ihr Gatte kümmert sich um den Ofen. „Wir sind Gründungsmitglieder“, erzählen die beiden Vereinshelfer im Gespräch mit unserer Zeitung.

2008 wurde der mächtige Steinofen erstmals angefeuert. Mit Blick auf den nahenden Ruhestand suchte die Bankangestellte Elke Kiefer damals eine ehrenamtliche Beschäftigung, zu der sie den dreijährigen Enkel Tim mitnehmen konnten. Ihr Ehemann, der im Kfz-Handwerk arbeitete, war natürlich mit von der Partie.

„Ich gucke, dass sich die Kinder nicht die Finger verbrennen“, sagt Ofenbetreuer Manfred Kiefer. Zweieinhalb Stunden muss vorgeheizt werden, erst dann herrscht die richtige Temperatur. Das eigentliche Backen geht ruck, zuck. Bleiben Pizza oder Flammkuchen eine Minute zu lange drin, sind sie verbannt. „Und schon holst du Schwarzbrot raus“, erzählt Kiefer schmunzelnd. Während er den Ofen im Auge behält, widmet sich seine Frau den Gästen.

Die Zutaten bringen die Besucher selbst mit. Die Einkaufsliste wurde von der Backpatin geschrieben. Vor Ort wird dann kräftig geknetet. Zeit zum Plaudern bleibt natürlich immer. Ein Tipp der Expertin fürs Brotbacken zuhause: die Zutaten sollten immer Zimmertemperatur haben.

Ob Tennisclub, Schulklasse oder Partei, ob Menschen mit Behinderung, Senioren oder Touristen, die im Saarland Urlaub machen – im schmucken Backhaus fühlen sich alle Gäste wohl.  Außer den leckeren Broten nehmen sie schöne Erinnerungen mit nach Hause. So wie die Wandergruppe, die ein großes Weinfass im Gepäck hatte. Ein Teil der Truppe wollte später eigentlich noch auf eine Geburtstagsfeier. Der Plan wurde geändert, alle blieben im Backhaus. Als sich die Gruppe gegen Mitternacht fröhlich verabschiedete, war das Fass leer.

Neben den Gästen sind auch die Betreuer zufrieden. „Bisher hat es immer Spaß gemacht“, versichert Manfred Kiefer.  2011 zählte der Verein im Backhaus noch rund 100 Termine. In den vergangenen Jahren wurden es weniger, der Trägerverein hat Nachwuchssorgen. Es sei schwierig, neue Helfer zu finden, berichtet Ehepaar Kiefer.

Die Qualität des Lauterbacher Sauerteigbrotes hat sich mittlerweile herumgesprochen. Die Backhausleute sind jedes Jahr Stammgäste bei der Präsentationsausstellung für Warndtprodukte in Karlsbrunn. An den beiden Tagen verkaufen sie insgesamt 320 Brote.

Zurzeit bleibt der Ofen wegen der Corona-Krise aus. Elke und Manfred Kiefer hoffen, dass es in den Räumen bald wieder nach frischem Brot duftet. In Zukunft wollen sie kürzertreten und nicht mehr so oft Besuchergruppen betreuen. Der Job macht zwar Spaß, ist aber auch anstrengend. Bis zu fünf Stunden dauert ein Einsatz.

Langweilig wird’s den beiden sicher nicht, mit dem Motorrad und dem Wohnwagen haben sie schon viele Länder erkundet. Im Backhaus trifft man sie aber auch zukünftig noch. Die Eheleute versprechen, dass sie dem Verein treu bleiben.