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Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Elf Bienenvölker zogen in das „Paradies“

Der Landschaftsgarten „Das Paradies“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte hat neue Bewohner.
Der Landschaftsgarten „Das Paradies“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte hat neue Bewohner. FOTO: Karl Heinrich Veith
Völklingen. Teil des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist wieder Heimat wertvoller Pflanzen und Tiere. Bald gibt es von dort Honig.

Im Landschaftsgarten „Das Paradies“ des Weltkulturerbes Völklinger Hütte haben jetzt Bienen ein neues Zuhause gefunden. „Das Paradies“ ist auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei angesiedelt und stellt einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen dar. Dort wurden nun elf Bienenvölker mit je 50 000 Tieren angesiedelt.


Das Team des Weltkulturerbes hat sich nach eigenem Bekunden für diese neuen Bewohner entschieden, weil Bienen eine wichtige Rolle spielen bei der Bestäubung von Obst und Gemüse. Die Imkerei Erik Pfänder kümmert sich um die neuen Bewohner des Weltkulturerbes. Und schon bald soll es den ersten „Völklinger Paradieshonig“ geben.

Die Kokerei war einst einer der schwersten Arbeitsplätze in der Völklinger Hütte, an dem gleichsam wie in einer Art Hölle Hitze, Staub und Feuer den Alltag prägten. Nach den Plänen von Catherina Gräfin Bernadotte von der Insel Mainau entstand anstelle der Kokerei in der Hüttenstadt ein Landschaftsgarten. Er sollte auf einer Fläche von 33 4000 Quadratmetern in zwölf sogenannten „Gartenräumen“ das Miteinander von Industrie und Natur spiegeln.



Heute können die Besucher des Weltkulturerbes dort einen außergewöhnlichen Garten entdecken, der zum Verweilen in der Natur einladen soll. Tiere und Pflanzen können sich dort frei entfalten und haben Stück für Stück das Gelände zurückerobert.

Zuvor hatten Biologen die Pflanzen- und Tierwelt im Weltkulturerbe untersucht. Zu den Bewohnern gehören Fledermäuse und Vögel wie der Hausrotschwanz. Und mehrfach schon sahen die Experten Katzen 20 Metern noch in der Hochofengruppe herumstreifen.

Auch ein seltener Schmetterling wie das „Braunauge“ und Eisvögel, die in den Gewässern im und um das alte Hüttengelände Nahrung suchen, leben inzwischen dort. Für Biologen, die sich mit Moosen und Farnen beschäftigen, gilt das Gelände als Fundgrube.

Das Weltkulturerbe ist das erste Industriedenkmal aus der Blütezeit der Industrialisierung, das in die Welterbeliste der Unesco, einer Unterorganisation der Vereinten Nationen, aufgenommen wurde. Es ist das weltweit einzige Eisenwerk, das über einen Zeitraum von 145 Jahren vollständig erhalten ist. Nach der Stilllegung der Roheisenproduktion im Jahr 1986 wurde die Völklinger Hütte 1994 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Die Anfänge der Hütte reichen zurück bis 1873. Der erste Hochofen ging 1883 mit dem so genannten Anblasen in Betrieb.