Einstimmung auf den Advent

Alles, was das Herz begehrt: Wir haben am Wochenende Advents- und Weihnachtsmärkte in der Region besucht. Und sind viel Engagement, vielen unterschiedliche Talenten und ganz viel Freude begegnet.

Auf dem früheren Schulhof in Luisenthal haben sich die Freiwillige Feuerwehr (FFW) und der Kindergarten einen schönen Festplatz eingerichtet: "Unser Weihnachtsmarkt findet jetzt bereits zum 21. Mal statt und ist mit 22 Ausstellern, alles Privatpersonen oder Vereine aus dem Stadtteil, prima besetzt und toll besucht", freut sich Organisator Heiko Schlang. Im Halbstundentakt lesen die Erzieherinnen im benachbarten, mit Strohballen ausgelegten Kindergarten Adventsgeschichten vor. Der Nikolaus kommt zu Besuch, lässt sich nicht lumpen und verteilt 270 Tüten an die Kinder - dazu sagt Schlang: "Die Luisenthaler Firmen haben uns dabei prima unterstützt." In Handarbeit entstandene, Produkte, bieten sich als Geschenk-Alternativen an - als Handpuppen getarnte Autowischtücher beispielsweise. Oder liebevoll gestaltete Leseknochen aus Stoff: "Die können Sie sich in den Nacken schieben und ganz entspannt den Krimi zu Ende lesen", sagt Doris Reinsdorf, die sie verkauft.

Der Verein "Werken und Basteln" bietet Vogelhäuschen, Windrosen, Brillenhalter oder Holzengel in Designer-Qualität an. Kevin Mele und seine Mitstreiter vom Karnevalverein "Hoch das Bein Luisenthal!" braten Champignons in Biersoße, offerieren Lebkuchenmuffins, Double Chocolate-Tea und sind - "einmal Faasebooz, immer Faasebooz" - für jeden Scherz zu haben. Der Verein für Bewegungsspiele, kurz gesagt: die Fußballer, "kümmern sich um ein Produkt, das ganzjährig Konjunktur hat: Schwenker, Pommes und Rostwürste", sagt VfB-Sprecher Dieter Schweiger lachend. "Auch ohne eine feste Ortsinteressengemeinschaft finden sich die Luisenthaler immer wieder zusammen, um diesen wirklich schönen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen", resümiert Schlang.

Reizvolle Stimmung

So ähnlich sieht es auch der Nikolaus von Geislautern: "Dieses Ambiente im Schlosspark ist einmalig", sagt er, als er pünktlich um 18.30 Uhr mit seinem Gehilfen Knecht Ruprecht unter Glockengeläut und "müden Fußes, es fehlt ja der Schnee für meine Kutsche" ankommt.

Der Weihnachtsmarkt im Dunkeln entwickelt seine ganz besondere Atmosphäre. Die Fassade der Schlossparkschule ist in dunkelrotes Licht eingepackt. Oben, vor dem Dorfgemeinschaftshaus, grüßt ein mindestens fünf Meter hoher, natürlich beleuchteter Weihnachtsmann, unten halten sich, zum angekündigten Nikolausbesuch, geschätzte 1000 Menschen auf. Der Kirchenchor Geislautern verkürzt die Zeit mit weihnachtlichen Gesängen, danach spielt der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Ludweiler.

"Wie schön die Blasinstrumente im Freien mit den uralten Weihnachtsmelodien klingen!", sagt Edwin Morguet, dienstältester Bläser aus Ludweiler. Jüngster im Ensemble ist mit elf Jahren Lukas Spath; er bläst die Trompete. Der Beobachter stellt fest: Selbst zu solch andächtigen Klängen wie "O du fröhliche" kann getanzt werden. Vielleicht, weil geheimnisvolle Getränke wie "Eiche Rudi Rotnase", "Blauer Engel", "Bärenfang" oder "Weihnachtsbaumlikör" Beine, Kopf und Psyche entspannen?

Viele türkische Familien besuchen den Geislauterner Weihnachtsmarkt. "Gefällt Ihnen dieses Treiben? Passt Ihnen diese besinnliche Weihnachtsmusik?" Das wollen wir von Ilhan Oezpamuk wissen: "Aber natürlich: Wir sind doch auch mit diesen schönen Klängen groß geworden", lautet die Antwort. Die türkische Gemeinde wie auch thailändische Bürger beteiligen sich aktiv am Weihnachtstreiben, mit asiatischer beziehungsweise orientalischer Küche. Oder man bleibt Flammkuchen, Pizza, Pommes und Grillwurst treu.

Das Wetter hält bis nach dem Besuch des Nikolaus. Und der freut sich: "So viele Helfer, so viele Kinder, die mir sogar ein Lied singen können - unser Geislauterner Weihnachtsmarkt ist etwas ganz Besonderes." > Weiterer Bericht folgt.

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