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Einigkeit bei der Versöhnungskirche

Einigkeit bei der Versöhnungskirche

Zweimal Ja gab es am Mittwochabend für den ersten Schritt zur Neugestaltung des Umfeldes der Versöhnungskirche. Völklinger Ortsrat und zuständiger Stadtratsausschuss stimmten in aufeinander folgenden Sitzungen dem über 600 000 Euro teuren Konzept zu.

LucaKist

Die Stadt Völklingen will die denkmalgeschützte evangelische Versöhnungskirche in der Innenstadt besser in Szene setzen. Das Umfeld soll sich zu einem Treffpunkt für die Bürger entwickeln. In einem ersten Bauabschnitt wird die Fläche zwischen Treppenanlage und Moltkestraße neu gestaltet. Dieser Schritt soll nun im kommenden Frühjahr beginnen. "Wir sind startbereit", sagte Planer Luca Kist (Planungsbüro Dutt & Kist , Saarbrücken), nachdem der Ortsrat und dann auch der zuständige Stadtratsausschuss am Mittwochabend grünes Licht für die so genannte Genehmigungsplanung gaben.

Eine Änderung ist alt, und eine ist neu: Eine ursprünglich geplante teure Rampe, die zusätzlich zur vorhandenen Treppenanlage hinauf zum Kirchengelände führen sollte, ist definitiv gestrichen. Andererseits soll nun auch die Treppenanlage mit einbezogen werden. Wegen teilweise verschobener Stufen, so Kist , müsse sie saniert werden. Und die Mauer benötige einen neuen Putz.

Ein Schnelldurchgang durchs jetzt beschlossene Konzept: Schlanke Lichtstelen werden den Hof und die Treppen ausleuchten. Alte, teilweise wild gewachsene Bäume und Gehölze werden entfernt und durch eine "pflegeleichte Bepflanzung" (Kist ) ersetzt. Altes Basaltmaterial soll wieder verwendet werden, und ansonsten komme auf den Boden ein "robustes" Pflaster. In die Grünflächen soll eine Skulpturen-Galerie eingebaut werden - mit flachen Sockeln, die dann (derzeit noch unbekannte) Werke tragen. Hier ist laut Kist zu beachten, dass es sich um "kirchlichen Raum" handele. Deshalb könne man "der künstlerischen Freiheit nicht vollen Lauf lassen".

Um freie Sicht auf die Kirche zu schaffen, ist das Haus Molkestraße Nr. 35 abgerissen worden. Die Giebelwand des verbliebenen Hauses 33 soll nun nicht nackt bleiben. Der Planer favorisiert eine Konstruktion mit Lochblechen, die eine bildhafte Darstellung wiedergeben. "Das Motiv ist noch offen", sagte Kist . Das Presbyterium der Kirchengemeinde, erläuterte er, habe die 1922 zerstörte Martinskirche ("Vorgänger der Versöhnungskirche") als Motiv vorgeschlagen. Dieser Vorschlag fand auch Resonanz bei Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) und den Ratsmitgliedern. Die Alternative zu den Lochblechen wäre ein wellenartig geschwungener Stahl-Vorhang. Dieser "bewegte Vorhang" käme aber mit rund 180 000 Euro dreimal so teuer.

Mit der billigeren Variante, sagte der Planer auf Nachfrage, belaufen sich die Gesamtkosten der Maßnahme - einschließlich Treppenanlage - auf 629 000 Euro . Bezahlt wird sie über das Förderprogramm Stadtumbau West, bei dem zwei Drittel auf Bund und Land und ein Drittel auf die Stadt entfallen.