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Eine Völklinger Schule setzt ein Zeichen

Eine Völklinger Schule setzt ein Zeichen

550 Schüler und Lehrer der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel haben gestern mit einem Schweigemarsch gegen Rassismus demonstriert.

"Sind wir soweit?", fragt Schulleiterin Gisela Bodamer am Dienstag gegen 11.45 Uhr. Ja, ihre Schützlinge sind bereit. Die Jungs in der ersten Reihe halten das große Transparent in die Höhe. "Miteinander leben - voneinander lernen. Gemeinsam gegen Rassismus", lautet die Botschaft der rund 550 Schüler und Lehrer der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel. Lediglich die Achtklässler fehlen, sie sind gerade im Praktikum.

Geplant wurde die Aktion von den Schülern der Klassenstufe neun. Bereits zum fünften Mal beteiligt sich die Völklinger Schule mit einem Schweigemarsch am Internationalen Tag gegen Rassismus.

Die Jungs und Mädchen demonstrieren nicht mit leeren Händen, sie haben Plakate gestaltet. "Rassismus fängt im Kopf an!", steht auf Giuseppes Poster. Und ein Mädchen weiß: "Wir bluten alle die gleiche Farbe." Mit von der Partie sind auch wieder Vertreter des 1. FC Saarbrücken und der SV Elversberg.

"Pscht!", bitten einige Teilnehmer, als sich der Zug an der Hermann-Neuberger-Halle in Bewegung setzt. Dann ist es still. Lediglich die Vögel zwitschern in der Stadionstraße weiter munter drauf los. Auf dem Hindenburgplatz wird das Schweigegebot aufgehoben. Völklingens Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU) lobt die Disziplin und das Engagement der Schüler. "Ich finde eure Veranstaltung klasse!", ruft er den jungen Leuten zu.

Dann steht der Höhepunkt der Aktion auf dem Programm. Am Neuen Rathaus stellen sich die Jugendlichen so zusammen, dass sie sich in überdimensionale Buchstaben verwandeln. Die Fußballer starten einen Countdown. Als sie heruntergezählt haben, halten die Schüler ihre Plakate über den Kopf. Das Wort, das entsteht, ist nur aus der Vogelperspektive erkennbar: "Respekt".

Nach einer halben Stunde endet der Schweigemarsch mit einer klaren Ansage der Schülersprecherinnen. "Wir respektieren jeden Menschen, denn unsere Schule ist für Gleichberechtigung und Toleranz", verkünden Prisca Hellenthal und Paulina Feichtner.

Zum Thema:

Internationaler Tag gegen Rassismus Die Vereinten Nationen haben 1966 diesen Tag weltweit ausgerufen. Er soll Erinnerung sein an einen Vorfall im südafrikanischen Sharpeville - und Mahnung, dass sich so etwas nie wiederholen möge: Dort waren am 21. März 1960 Menschen friedlich auf die Straße gegangen gegen ein Gesetz über Apartheid, also Rassentrennung. Die Demonstration wurde blutig niedergeschlagen. 69 Menschen starben. Die Völklinger Gemeinschaftsschule Sonnenhügel hat ihre Aktionen gegen Rassismus und für Toleranz und Respekt vor fünf Jahren begonnen. Jedes Mal ist die ganze Schule aktiv.