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Eine Räum-Runde dauert gut zwei Stunden

Eine Räum-Runde dauert gut zwei Stunden

Völklingen hat seine Straßenreinigungs-Regelungen geändert: Gefahren wird nicht mehr in festem Takt, sondern nach Bedarf. Was das für Lauterbach heißt, erklärte Fachbereichsleiter Ulf Hoffmann jetzt dem Ortsrat.

Man wolle ein wenig für sich werben und um Verständnis bei den Bürgern bitten, leitete Ulf Hoffmann seinen Vortrag ein. In seine Zuständigkeit als Fachbereichsvorstand fällt der Baubetriebshof der Stadt Völklingen in der Geislauterner Straße Am Hammergraben. Dorthin hatte er den Lauterbacher Ortsrat zum Ortstermin eingeladen. Am Mittwochabend ließen sich die Mitglieder des Gremiums die Abläufe des anstehenden Winterdienstes erklären. Sie seien im großen und ganzen auch auf die anderen Völklinger Stadtteile zu übertragen, erläuterte Hoffmann.

Ihm zur Seite standen Ralf Breitbarth für Fragen zur Straßenreinigung und Markus Weber von der Kfz-Werkstatt. Die Kfz-Werkstatt des Fuhrparks betreut zurzeit 146 Kraftfahrzeuge. "Die Palette umfasst alles vom Pkw über den Lkw bis hin zum Müllauto", so Hoffmann. Auch die 25 Fahrzeuge der Feuerwehr und die des EZV werden dort repariert.

Der Baubetriebshof ist an den Wochentagen von 4.30 bis 20.30 Uhr besetzt. Der Winterdienst läuft seit dem 1. November und dauert bis zum 1. April. "Vier Großfahrzeuge und eines auf Reserve stehen zur Verfügung", sagte Hoffmann. Aktuelle Wetterdaten erhält man vom europaweit tätigen Dienstleister Meteomedia ; so wisse man bis 12 Uhr Bescheid, ob der Räumdienst am nächsten Tag raus müsse. Die in der "Stufe 1" genannten Streupläne seien genau kartographiert und umfassen zum Beispiel Bushaltestellen, Rettungs- und Hauptverkehrswege, "damit der Verkehr fließen kann".

Aus der Bevölkerung höre man öfter Beschwerden wegen Schmutzspritzern an Hauswänden, warf Ratsmitglied Monika Speth ein. Auch monierte sie, dass sie selbst oft morgens aufstehe und Schnee schippe - aber wenn der Räumdienst dann fahre, lande eben jener Schnee wieder auf ihrem Gehweg. Dazu sagte Hoffmann, dass die Fahrzeugführer mit "gebotener Rücksichtnahme" ihren Dienst täten.

Am Beispiel Lauterbach erklärte er, dass eine Räumfahrt etwa zwei bis zweieinhalb Stunden dauere. Der Schnee werde auf die Seite geräumt, er müsse ja irgendwo hin. Die Räumpflicht von Privatpersonen bestehe von 7 bis 20 Uhr. Eine Trennung, was die Zuständigkeit betrifft, gebe es mit dem Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), der für Landstraßen oder auch für die Auf- und Abfahrten der Autobahnen zuständig sei. Nicht ganz einfach: Im Völklinger Stadtgebiet gebe es regelrechte Klimazonen. So hätten in manchen Wintern in Lauterbach zehn Zentimeter Schnee gelegen, in der Innenstadt sei jedoch kein weißer Niederschlag liegengeblieben. Hier sei man für Hinweise aus der Bevölkerung immer dankbar.

In Lauterbach werden einmal im Monat die Straßen mit der Kehrmaschine gereinigt, das gelte natürlich für alle anderen Stadtteile auch. Im gesamten Stadtgebiet fallen pro Monat 39 Tonnen Straßenkehricht an. Im Stadtwald illegal abgelagerter Müll werde wöchentlich entsorgt, mehrere Lkw-Ladungen ergeben das. "Eigentlich erschreckend", kommentierte Ratsmitglied Erik Roskothen.

Da die städtischen Gebühren für die Straßenkehrung weggefallen sind, könne man nun effektiver reinigen und besser auf die klimatischen Veränderungen reagieren, sagte Hoffmann. So gebe es Straßen, an denen viele Bäume stehen, etwa die Hohenzollern- oder die Stadionstraße. Dort habe man früher nach Herbstbeginn das gefallene Laub in zwei, drei Tagen entsorgen können. Bei mildem Wetter, so wie im vergangenen Jahr und vermutlich auch 2014, ziehe sich das über zwei bis drei Wochen hin. Letztendlich komme die Änderung der Winterdienst-Regelungen also den Bürgern zugute, da so auch weniger Kosten entstünden.

Der Völklinger Baubetriebshof ist unter Tel. (0 68 98) 13-2375 zu erreichen.