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Was aus dem knappen Wahlsieg folgt: Ein Sieg mit leisem Beigeschmack

Was aus dem knappen Wahlsieg folgt : Ein Sieg mit leisem Beigeschmack

50 Prozent plus eine Stimme – das reicht für eine absolute Mehrheit. Natürlich dürfen es gerne auch ein paar Plus-Stimmen mehr sein. Die Sozialdemokratin Christiane Blatt hat 51,09 Prozent erreicht bei der Oberbürgermeister-Stichwahl, das sind in der Tat einige Plus-Stimmen übers Nötige hinaus. Sie hat klar gewonnen, da beißt keine Maus den Faden ab; Blatt wird die neue Chefin im Völklinger Rathaus sein.

Dennoch, so satt ist Blatts Mehrheit nicht ausgefallen, dass die nun Gewählte sich unbeschwertem Jubel hingeben dürfte. Als ihren nächsten Schritt hat sie Gespräche mit den Rathaus-Mitarbeitern angekündigt, damit die wissen, „wie ihre neue Chefin tickt“. Das ist richtig und wichtig – doch Blatt darf dabei das Zuhören nicht vergessen. Zu wissen, was die Rathaus-Leute von ihr erwarten, ist für sie, die Neue, nicht minder notwendig.

Noch wichtiger aber wird das Gespräch mit den Bürgern sein. An der schwachen Wahlbeteiligung lässt sich ablesen, dass Kommunalpolitik den Völklingern derzeit wenig bedeutet – gegen diesen Trend muss die neue Rathauschefin sich mit allen Kräften stemmen. Es gilt, Vertrauen zurückzugewinnen. Die jüngste Vergangenheit – Stichworte: Fischzucht-Desaster, Stadtwerke-Krise – hat den Ruf der städtischen Parteien kräftig angekratzt. Das trifft vor allem die CDU, doch auch die SPD steht in der Bürger-Kritik.