Ein Schubs für die Kirmes

Geislauterner Kirmes und Völklinger Herbstkirmes können kommen. Die Schaustelller haben bald mehr Luft zum Atmen. Auf Anregung des Ortsrates wird die Völklinger Marktordnung reformiert.

Der Völklinger Ortsrat erntet die Früchte seiner Arbeit. Das Gremium rund um Ortsvorsteherin Monika Roth (parteilos) und ihren Stellvertreter Uwe Steffen (CDU ) hat schon zusammen mit Vereinen und Schaustellern wieder Schwung in die Osterkirmes gebracht. Nun ist Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) auch auf Änderungsvorschläge zu der offenbar nicht mehr zeitgemäßen städtischen Marktordnung eingegangen (wir berichteten bereits). Einstimmige Beschlüsse waren da in der jüngsten Ortsratssitzung kein Problem.

Der greifbarste Erfolg ist bei der Völklinger Herbstkirmes zu erwarten (in diesem Jahr für den 17. bis 20. September terminiert), der manche bereits das Ende vorhergesagt hatten. Schausteller mussten bisher für drei Tage Herbstkirmes Standgeld in gleicher Höhe wie für neun Tage Osterkirmes zahlen. Die Gebühr für die Herbstkirmes wird nun halbiert, womit die Schausteller rund 1250 Euro sparen. 13 Stände und Fahrgeschäfte sind bisher rund ums Neue Rathaus angesagt, darunter auch Autoskooter, Kinderpressluftflieger und Kinderkarussell.

Auch für die Geislauterner Kirmes gibt's Ermäßigung. Da ist ein Gebührensatz von 30 Prozent vorgesehen. 2016 ist das Fest vom 19. bis 22. August geplant; neun Schausteller bringen unter anderem Autoskooter, Kinderkarussell und einen Schießwagen mit. Auch in Lauterbach sollen 30 Prozent gelten, während Schausteller in Fürstenhausen sogar nur zehn Prozent entrichten müssen.

Bei der neuen Gebührenordnung zählen sowohl Schausteller-Nachfrage, Publikumsandrang als auch die Attraktivität durch ein Rahmenprogramm. Damit schießt nun der Gebührensatz für die Wehrdener Kirmes in die Höhe. Er klettert von bisher 20 auf volle 100 Prozent, weil diese Kirmes vom Saarfest, das 2017 wieder stattfindet, profitiert. Mit 100 Prozent sind auch die Völklinger Osterkirmes und die Kirmes in Ludweiler dabei.

Die Gebührenliste ist auch nach Art der Fahrgeschäfte und Stände gestaffelt. Am teuersten ist ein Autoskooter. Da werden pro Kirmes bei 100-prozentigem Satz 25,50 Euro pro angefangenem laufenden Meter berechnet. Bei einem Kinderfahrgeschäft werden dagegen nur zehn Euro für den Meter fällig. Gemessen wird jeweils in der Längsrichtung.

In Kraft sind die neuen Regeln mit der Zustimmung des Ortsrates noch nicht. Denn finanzwirksame Beschlüsse kann nur der Stadtrat fassen. Zuvor beschäftigt sich - vorbereitend - dessen Hauptausschuss mit dem Thema.