Ein Schiedsmann für alle Fälle

Horst Reitler (73) ist bereits seit 15 Jahren Schiedsmann in Ludweiler und hängt nun noch eine letzte Amtsperiode an. Mittlerweile muss der frühere Gesamtschullehrer auch in verwaisten Nachbarbezirken schlichten.

Der alte Schiedsmann des Bezirks Völklingen-Ludweiler ist auch der neue. Die Mitglieder des Ortsrates Ludweiler um Ortsvorsteherin Christiane Blatt wählten Horst Reitler ohne Gegenstimme für eine weitere Periode. "Seit 15 Jahren bin ich jetzt Schiedsmann, und das wird wohl meine letzte Periode sein", sagte Reitler bei der Wahl. Immerhin ist der pensionierte Gesamtschullehrer bereits 73 Jahre alt.

Sein Tätigkeitsfeld muss er nach eigener Einschätzung nach erst einmal erweitern: "In Geislautern und Lauterbach gibt es derzeit keine Schiedspersonen." Lauterbach, wo er schon oft seine Kollegen im Urlaub vertreten hat, wird er wohl übernehmen: "So lange, wie da einer fehlt."

Oft fühle er sich in seine bis 2002 andauernde Zeit als Lehrer zurück versetzt, zumal sich oft ehemalige Schüler bei ihm als Streithähne gegenüberstünden. Dann gehe er auch ähnlich vor wie damals auf dem Pausenhof: "Es gibt da bestimmte Taktiken wie die Mediation." Den älteren Jahrgängen müsse er ebenfalls mit viel Fingerspitzengefühl begegnen: "Besonders die Alten können sehr störrisch sein." Sein Leitsatz lautet: "Schiedsmann heißt, nicht Richter zu sein, sondern Schlichter." Acht Fälle habe er durchschnittlich pro Jahr zu schlichten, und meistens habe er dabei Erfolg: "Es macht Freude, wenn Nachbarn sich nach einem Streit wieder die Hand geben, sich grüßen und eventuell sogar wieder ein Bier zusammen trinken." Weitere Bewerber hatte es nach der öffentlichen Ausschreibung Mitte Mai übrigens nicht gegeben.