| 00:00 Uhr

Ein Punkt trotz Personalmisere

Torchancen gab es für Röchling Völklingen einige, wie hier durch Alpcan Ömeroglu (im Kopfball-Duell links). Foto: Wieck
Torchancen gab es für Röchling Völklingen einige, wie hier durch Alpcan Ömeroglu (im Kopfball-Duell links). Foto: Wieck FOTO: Wieck
Völklingen. Mit dem 1:1 im ersten Spiel nach der Winterpause war Günter Erhardt, Trainer des SV Röchling Völklingen, durchaus zufrieden. Immerhin musste er gegen Wiesbach auf mehrere Leistungsträger verzichten. Fredy Dittgen

Im ersten Spiel nach der Winterpause haben sich die Fußball-Oberligisten SV Röchling Völklingen und FC Wiesbach vor 207 Zuschauern schiedlich-friedlich mit 1:1 (1:0) getrennt. War das Hinspiel (6:0 für Wiesbach ) noch ein Spektakel, so war die Partie am Freitagabend in Völklingen ziemlich unspektakulär.

Völklingen ging ersatzgeschwächt ins Spiel. Neben dem Ausfall des Langzeitverletzten Fatih Günes und Sammer Mozain (Grippe) musste kurzfristig Patrick Jantzen wegen einer Zehenverletzung ersetzt werden. Ganz anders Wiesbach , das in Bestbesetzung antrat und mit Angelo Dal Col, Valentin Solovej und Björn Recktenwald noch drei Torjäger auf der Bank hatte, die im Hinspiel alle getroffen hatten. So fanden die Gäste besser ins Spiel und hatten früh eine Riesenchance (3. Minute): Auf links setzte sich Jannik Schliesing durch, flankte vors Tor, Karsten Rauber stand frei, köpfte aus fünf Metern jedoch hoch drüber.

Erst ab der 15. Minute fand Völklingen seine Ordnung und ging nach einem katastrophalen Fehler von Mike Baier in Führung. Baier führte in Höhe der Mittellinie den Ball unbedrängt am Fuß. Er hätte alles machen können, entschied sich aber für die unsinnigste Variante und spielte von der linken Außenlinie einen weiten Querpass nach rechts - in den Fuß von Pascal Stelletta. Der startete schnell den Angriff. Über Saki Noutos kam der Ball zu Xavier Novic. Dieser sah, dass sich Stelletta in Position gelaufen hatte, legte quer, und der Völklinger Torjäger drückte aus drei Metern zum 1:0 ein (42.).

In der Pause ging die Völklinger Personalmisere weiter: Stelletta musste mit einer Verhärtung im Oberschenkel draußen bleiben. Dass auch Völklingen Fehlpass kann, bewies Außenverteidiger Alpcan Ömeroglu, der am eigenen Strafraum einen Rückpass in den Fuß von Jan Stutz spielte. Stutz hatte nur noch Torwart Sebastian Buhl vor sich, brachte den Ball aber nicht am glänzend reagierenden Schlussmann vorbei (47.).

Wiesbach drückte nun Völklingen in die Defensive, brachte mit Dal Col und Recktenwald zwei weitere Angreifer, aber Völklingen stand in der Abwehr bärenstark. "Ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass wir die Führung noch aus der Hand geben würden", sagte Völklingens Trainer Günter Erhardt.

So dachten wohl auch seine Spieler, denn sie hatten gute Konterchancen, die sie fast fahrlässig schlecht zu Ende spielten. Und so kam Wiesbach zum Ausgleich: Schliesing bediente Matthias Krauß am rechten Flügel, der ging an Alex Otto vorbei und hämmerte aus spitzem Winkel zum 1:1 unter die Latte (74.). In der Schlusssekunde hätte Wiesbach sogar noch gewinnen können, doch bei einem Kopfball von Recktenwald rettete Michael Ogrodniczek auf der Linie. "Wir haben heute eine sehr gute Leistung abgerufen, haben verdient geführt, in der zweiten Halbzeit das Spiel auch weiterhin kontrolliert, aber nicht mehr so gut nach vorne gespielt", sagte Erhardt: "Ich habe in der Oberliga noch nie eine Situation gehabt, in der ich nur zwei Auswechselspieler auf der Bank hatte und drei Spieler auf dem Feld, die angeschlagen waren. Insofern bin ich mit dem einen Punkt gar nicht mal so unzufrieden."