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Ein Mann räumt auf

Ob die Holzteile wohl in die Tonne passen? Quartiershausmeister Heinz Jürgen Schmitt bei der Arbeit.
Ob die Holzteile wohl in die Tonne passen? Quartiershausmeister Heinz Jürgen Schmitt bei der Arbeit. FOTO: Becker & Bredel
Völklingen. In der nördlichen Innenstadt gibt es jetzt einen Quartiershausmeister. Heinz Jürgen Schmitt, mit gelber Weste und Kehrwägelchen, macht aber nicht nur sauber – er ist ein echter Kümmerer. Das Diakonische Werk hat ihn gestern vorgestellt. Jennifer Siegler (bub)

Ein praktischer Beitrag zu einer "aufgeräumten" Stadt: Heinz Jürgen Schmitt, der neue Quartiershausmeister für die nördliche Innenstadt, kümmert sich seit kurzem mit mehreren Helfern um die Sauberkeit im Stadtteil. Auf drei Jahre ist das neue Projekt angelegt.



Regelmäßig geht Schmitt durch die gesamte nördliche Innenstadt, um sie auf illegal abgeladenen Müll zu kontrollieren. Sofern es ihm möglich ist, bereinigt er die Stelle selbst. Oder er nimmt Kontakt zur Stadtverwaltung auf, die sich dann darum kümmern wird.

Bei seiner Arbeit sind Heinz Jürgen Schmitt schon einige Dinge aufgefallen "Wenn wir Dokumentationsfotos von Müll machen, der verteilt wurde, ist es schon oft passiert, dass die Leute ihn anschließend weggeräumt haben. Die Leute werfen alles Mögliche auf die Straße. Das geht vom Joghurtbecher über Fernseher bis hin zu Matratzen", berichtet er.

Schön an seiner Arbeit sei aber der Zuspruch der überwiegenden Bevölkerung: "Für unsere Arbeit erhalten wir regelmäßig positives Feedback, und das motiviert", sagt er. Wenn er sehe, dass Menschen einfach etwas auf den Boden werfen, spreche er sie gezielt an. Auch wenn das nicht immer angenehm sei, er erziele damit Erfolge: Die meisten heben ihren Müll wieder auf. Jede Woche geht er drei bis vier Mal durch die Straßen und füllt dabei mit seinem Team zwei Mülltonnen à 240 Liter Fassungsvermögen. Den meisten Müll finde man in der Kühlweinstraße, sagt er.

Dennoch macht dem Quartiershausmeister seine Arbeit Spaß: "Von mir aus kann das so weiter gehen, bis ich in Rente bin", sagt er mit einem Lachen.

Die Aktion läuft im Rahmen des Projektes "Besser leben und arbeiten im Quartier", kurz BIWAQ. "Auf Anregung der Völklinger Bewohner und Geschäftstreibenden haben wir beschlossen, das Thema Sauberkeit auf diese Art und Weise anzugehen", erklärt Dieter Schumann, der BIWAQ-Projektkoordinator. Ziel sei es außerdem, Langzeitarbeitslose zu integrieren und ihnen eine sinnvolle Aufgabe zu geben. Dafür gibt es finanzielle Förderung vom Jobcenter.