Ein Geruch nach Urlaub

Auf ihrer Rundreise durch die Republik machte die Street Food Tour zwei Tage am Völklinger Weltkulturerbe Station. In den etwa 35 mobilen Garküchen wurden Gerichte aus aller Herren Länder zubereitet.

Fast wie früher auf der Völklinger Hütte: Überall dampft, brodelt und zischt es. Statt Hochöfen werden allerdings Pfannen, Grills und Fritteusen befeuert. Und der Geruch, der in die Nase steigt, erinnert auch nicht an die Eisenproduktion des vorigen Jahrhunderts. Auf dem Erzplatz des Weltkulturerbes duftet es am Wochenende nach saftigem Fleisch und süßen Leckereien. Und irgendwie riecht es auch nach Urlaub. Die Sonne scheint, die Cocktails locken. Einen Stand schmückt eine Palme.

Auf ihrer Rundreise durch die Republik macht die Street Food Tour zwei Tage in Völklingen Station, Veranstalter ist die InterFest Event GmbH mit Sitz in Koblenz. In den etwa 35 mobilen Garküchen werden Gerichte aus aller Herren Länder zubereitet: Spanisches Süßgebäck steht ebenso auf der Speisekarte wie syrischer Kichererbsen-Bohnen-Salat. Oder wie wäre es mit in Butter gebackenem Wikinger-Brot?

Am Samstagnachmittag herrscht ordentlich Betrieb auf dem Markt: Die Besucher bestellen Süßkartoffel-Pommes, Hot Dogs, Burger oder Falafel-Bällchen. "Wow, was für eine tolle Auswahl! Gut, dass ich heute noch nichts gegessen habe", frohlockt ein Feinschmecker, bevor er sich ins Getümmel stürzt.

Ein kleiner Junge möchte gleich am ersten Stand zuschlagen, die farbigen Donuts lassen ihm das Wasser im Mund zusammen laufen. Die Augen sind groß, doch der Magen ist klein. "Lass uns erst mal eine Runde drehen und einen Überblick verschaffen", rät der Vater.

Die zahlreichen Koch- und Essbegeisterten probieren und diskutieren. Drei junge Leute kaufen eine Portion frittiertes Eis. Die mit Vanilleeis gefüllte Teigkugel kommt tiefgefroren ins heiße Fett. "Schmeckt gut!", vermeldet die Dame, bevor sie den Becher an ihre Kollegen weiterreicht. Einige Besucher schlemmen im Gehen, andere suchen sich ein schattiges Bank-Plätzchen unter den Pavillons. Guten Appetit! Während es sich Mama und Papa schmecken lassen, tobt der Nachwuchs auf der Hüpfburg.

Die Händler bedienen freundlich, Fragen werden gerne beantwortet. "Das ist eine Mischung zwischen Sekt und Wein", erläutert Philipp Hill mit Blick auf den Secco. Der Traubensaft bildet die Basis für den beliebten Hugo, ein Mischgetränk mit Holunderblütensirup. Die Secco-Flasche darf bis zu 2,5 Bar auf dem Deckel haben, erklärt der Experte. Ist der Flaschendruck höher, fällt Sektsteuer an. Die Besucher der rheinhessischen Weinhütte stehen auch auf Hugos Schwestern: Helga hat Himbeersirup im Blut, in Inges Adern fließt Ingwersirup. Ein paar Meter weiter bringt Ferenc Porkoláb seine Baumstriezel unter die Leute. Das Süßgebäck gibt es seit 300 Jahren, es stammt aus Ungarn und Siebenbürgen. Die wichtigste Zutat kann man übrigens nirgendwo kaufen, sie kommt von Herzen. "Das muss mit Liebe gemacht werden", betont der Ungar.