Ein besonderes Kinoerlebnis am Völklinger Weltkulturerbe

Open-Air-Filme am Weltkulturerbe : Besonderes Kinoerlebnis unter freiem Himmel

Sommerwetter, Popcorn, und der Ton zum Film kommt aus dem Autoradio: Dieses Open-Air-Erlebnis in Völklingen ließen sich viele Kinofans nicht entgehen. Wer das auch erleben will, muss sich aber beeilen.

Als die Sonne langsam hinter dem Wehrdener Berg untergeht, machen sie sich auf den Weg in ihre Autos. Nicht etwa, um jetzt nach Hause zu fahren. In wenigen Minuten beginnt das, wofür die Fans des Freiluftkinos gekommen sind. Dann wird der Film „The Green Book“ zur Eröffnung des viertägigen Völklinger Autokinos auf der riesigen Leinwand mit dem aufblasbaren Rahmen gezeigt. Und sie schauen zu – durch die Windschutzscheiben ihrer Pkw. Und wer ein Cabrio besitzt, genießt diese erste von sechs Vorstellungen bis Sonntagabend sogar unter freiem Himmel.

Eine halbe Stunde zuvor ist Besucher Bruno Mohr voller Vorfreude: „Ein bisschen ist das so wie normales Kino: Es wird ein Film gezeigt, dazu gibt es Popcorn, kühle Getränke und sogar Kleinigkeiten zu essen.“ Am großen Parkplatz des Weltkulturerbes Völklinger Hütte sind neben den Verkaufsständen einige Biertischgarnituren aufgebaut. Dort genießen Mohr und viele andere Kinofans ein Kaltgetränk und die letzten Sonnenstrahlen des Tages. „Das Popcorn geht nachher mit ins Auto, das gehört beim Film einfach in der Tüte zwischen die Sitze gestellt.“

Erfahrene Einweiser haben die Autos der Gäste bereits auf ihre Plätze gelotst. Ziemlich nahe beieinander und dennoch weit genug auseinander, dass ein jeder freie Sicht auf die Leinwand genießen kann. „Höhere Autos, SUVs und Geländewagen zum Beispiel, sammeln wir erst einmal da hinten neben unserem Anhänger mit der Vorführtechnik.“ Rechtzeitig vor dem Filmstart würden diese nach vorne gebeten. Hinter die Limousinen, Kleinwagen und weiteren niedrigeren Fahrzeuge, weil die Leute in den hohen Autos bequem drüberschauen können.

Die besonderen Verhaltensregeln für den Besuch im Autokino kommen genau wie später der Ton zum Film aus dem Autoradio. Die von der Bundesnetzagentur zugewiesene Frequenz ist den Besuchern bekannt, die vergleichsweise geringe Sendestärke des Signals auf Ultrakurzwelle (UKW) reicht gerade, um den Platz störungsfrei abzudecken. Jegliches Licht stört beim Filmgenuss, weiß Martin Blechschmidt, der Technik-Chef auf dem Gelände: „Deshalb sind alle Lichter am und im Fahrzeug auszuschalten.“ Auch auf der Bremse sollte man nicht stehen. „Bei neueren Fahrzeugen geht es oft nicht mehr, das Tagfahrlicht auszuschalten, da behelfen wir uns mit Abdeckungen.“

Völklingen, seit „weit mehr als zehn Jahren“ mit dem Autokino bespielt, gehöre zu den Lieblingsspielorten der Freiluftkino-Spezialisten. „Schon wegen des Heimspieleffekts, wir sind in Ensdorf ansässig und bedienen das komplette Bundesgebiet und die Schweiz.“ Schließlich, etwas später als erwartet, ist das Bild auf der Leinwand deutlich genug zu sehen. Jetzt läuft die 6000 Watt starke Xenon-Lampe auf Hochtouren und erzeugt eine enorme Leuchtkraft. Die erste der sechs Vorstellungen, deren letzte am Sonntagabend ist, kann also beginnen.