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„Durchs Laufen bekommt man automatisch warm“

„Durchs Laufen bekommt man automatisch warm“

Bei Wind und Wetter sind die Müllwerker des Entsorgungszweckverbandes Völklingen (EZV) unterwegs. Auch wenn es wie gestern Morgen kräftig schneit, rücken sie aus. Wir waren bei einer Tour dabei.

Wir treffen Sascha Becker am Dienstagvormittag in der Überherrner Straße in Wehrden. Gerade schnappt sich der Arbeiter die nächste Biotonne. Wenige Sekunden später steht das Gefäß mit dem grünen Deckel wieder am Straßenrand. Es ist komplett entleert.

Das klappt im Winter nicht immer. Sind die organischen Abfälle gefroren, lassen sie sich manchmal nicht auf der Tonne schütteln. Dann müssen die Arbeiter unverrichteter Dinge weiterziehen. Deshalb raten sie den Anwohnern, den Biomüll nicht zu früh in die Kälte zu stellen.

Sascha Becker ist dick eingepackt: Mütze, Thermounterwäsche und Nässeschutzjacke helfen gegen die Kälte. "Durchs Laufen bekommt man automatisch warm", berichtet der 29-Jährige. Ein größeres Problem ist die Feuchtigkeit, die sich langsam durch die Kleidung frisst. "Es ist ein Knochenjob", sagt der EZV-Mitarbeiter, der erst ein halbes Jahr dabei ist. Mit seiner Arbeit ist er trotzdem zufrieden.

Die Leerung der Mülleimer ist nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich. "Man muss seine Augen überall haben", betont Becker. Von den Autofahrern wünscht er sich mehr Rücksicht. Immer wieder kommt es vor, dass sie ganz knapp an den Müllwerkern vorbeirauschen.

Deshalb ist Teamarbeit gefragt. Droht den so genannten Ladern Gefahr, hupt der Fahrer. Natürlich müssen sich die Männer auch vor dem eigenen Wagen in Acht nehmen. Beim Einweisen halten Becker und Kollege Thomas Willems permanent Sichtkontakt zu Fahrer Joachim Stutz. Der Schneefall macht dem Trio am Dienstagmorgen bis zum Besuch der Zeitung keinen Strich durch die Rechnung. Trotz der schwierigen Bedingungen kann alles angefahren werden.

Das gelingt im Winter nicht immer. EZV-Disponent Daniel Hainbach bittet die Bürger um Verständnis, wenn ein Müllauto bei Glätte an einem Berg passen muss. "Die Wagen wiegen bis zu 26 Tonnen", erklärt der Fachmann. Erfolgt die Leerung nicht zum angekündigten Termin, wird sie schnellstmöglich nachgeholt.

Bis etwa 14.30 Uhr sind Becker, Willems und Stutz noch im Abfuhrbezirk Wehrden unterwegs. Die schwarzen Restmülltonnen werden dort von Kollegen parallel geleert. Den Biomüll fährt man zur Biogasanlage ins französische Morsbach, der Restmüll wird in der Abfallverwertungsanlage Velsen entsorgt. Um sechs Uhr morgens hat Disponent Hainbach seine Leute im Geislauterner Fuhrpark eingeteilt. Neben der Müllabfuhr kümmern sich die 23 Mitarbeiter beim EZV, die im operativen Bereich beschäftigt sind, unter anderem um die Reinigung von Containerstellplätzen und die Abholung von Sperrmüll. Der städtische Entsorgungs-Zweckverband hat im Jahr 2016 rund 6200 Tonnen Hausmüll und 2300 Tonnen Biomüll entsorgt. Hinzu kamen 2400 Tonnen Altpapier. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet etwa 13 100 Restmüll-, 6400 Biomüll- und 11 000 Papiergefäße.